Starke Allianz für den Artenschutz im Kreis Lippe

Astrid Sewing

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Treten für Artenschutz ein: (von links) Birgit Reher (BUND), Dieter Hagedorn, Hans-Ulrich Braun, Jörg Westphal (Untere Landschaftsbehörde), Dr. Axel Lehmann, Bernd Milde, Dr. Ute Röder, Ulrich Knorr und Naturfilmer Robin Jähne. - © Astrid Sewing
Treten für Artenschutz ein: (von links) Birgit Reher (BUND), Dieter Hagedorn, Hans-Ulrich Braun, Jörg Westphal (Untere Landschaftsbehörde), Dr. Axel Lehmann, Bernd Milde, Dr. Ute Röder, Ulrich Knorr und Naturfilmer Robin Jähne. (© Astrid Sewing)

Kreis Lippe. Es gibt sie, die Arten, die nach vielen Jahren zurück nach Lippe kommen. Der Luchs, die Wildkatze, der Uhu gehören dazu. Viel mehr aber verschwinden, und deshalb lädt der Kreis Lippe an diesem Wochenende zu einer Konferenz mit Vorträgen und vielen verschiedenen Akteuren ein. Am Ende soll es eine „Lippe-Biodiversitätsstrategie“ geben, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch umgesetzt wird.

„Das Thema braucht mehr Wertschätzung, es muss mitgedacht werden, wenn zum Beispiel Baugebiete geplant werden“, sagt Dr. Ute Röder, Leiterin des Fachbereichs Umwelt. Der Kreis beziehe auch deshalb viele verschiedene Gruppen ein. Naturschützer des Naturschutzbundes und des BUND, der Forstdirektor des Landesverbandes, Hans-Ulrich Braun, der Vorsitzende des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins, Dieter Hagedorn, und der Vorsitzende der lippischen Bürgermeisterkonferenz, Ulrich Knorr, bringen ihre Positionen ein.

Die Interessen sind durchaus konträr. Hagedorn wies auf den hohen Landverbrauch hin, Bernd Milde, Vorsitzender des Naturschutzbundes, auf die fehlenden Biotopflächen und die lückenhaften Daten. „Es fehlen Langzeitbeobachtungen über zehn, zwanzig Jahre hinweg, und zwar nicht nur für eine Art“, stellt Milde fest. Am Ende gehe es darum, Kompromisse zu finden, „den größten gemeinsamen Nenner, um wirklich etwas zu erreichen“.

Für Landrat Dr. Axel Lehmann ist die Biodiversitätsstrategie auf eben diesen langen Zeitraum angelegt. Sie ist Teil des Zukunftskonzeptes 2025 und soll auch darüber hinaus weiter verfolgt werden. Im Haushalt sei für dieses Jahr eine sechsstellige Summe eingeplant worden, die sich auf mehrere Fachbereiche verteilt. Der Zusammenschluss und die gemeinsame Strategie eröffne auch die Möglichkeit, Fördergelder nach Lippe zu holen.

Außerdem sollen nach der Konferenz ein Beirat bestimmt und Arbeitsgruppen eingerichtet werden. „Da wird die Wirtschaft gehört, denn auch sie betrifft das Thema.“

Das Artensterben sei kein Thema, dass man einfach als „ist eben normal“ abtun könne. „Wir müssen uns darüber klar sein, dass sich unsere Umwelt bereits radikal verändert hat. Das ist die Lebensgrundlage für uns alle, und wenn wir jetzt nicht handeln, dann vergeben wir Chancen“, sagte Lehmann. Mit der Resonanz auf die Konferenz sei er sehr zufrieden. „Und es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine Strategie, die von allen getragen wird.“

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