Neue Regeln zum Datenschutz: Das müssen Vereine ab dem 25. Mai beachten

Angela Wiese

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Die Regelungen der Datenschutzgrundverordnung betreffen auch die meisten Vereine. - © Pixabay
Die Regelungen der Datenschutzgrundverordnung betreffen auch die meisten Vereine. (© Pixabay)

Kreis Lippe. Der 25. Mai ist ein wichtiger Stichtag - auch für Vereine. Nach einer zweijährigen Phase des Übergangs werden die Regeln der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wirksam. Die neue Verordnung sorgt für Verunsicherung.

Die neuen Regeln betreffen alle Vereine, die personenbezogene Daten verarbeiten, also zum Beispiel Namen, Adressen, Wettkampflisten. Viele von ihnen befürchten Geldstrafen, wenn sie etwas nicht richtig machen. Zum Beispiel der Karnevalsverein Hasi-Palau-Paderborn. 150 Mitglieder gehören ihm an. "Keiner kann uns sagen, was wir genau machen müssen", sagt Geschäftsführer Michael Keck. Deshalb hat der Verein beschlossen, zum 25. Mai die Homepage vorübergehend offline zu nehmen und Klärung abzuwarten. Die Furcht vor Abmahnungen ist zu groß.

Neue Informationspflichten

Mit dieser Furcht ist der Paderborner Verein nicht allein. Bei der Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW (LDI NRW), die über die Einhaltung des Datenschutzes wacht, ist ein "sehr deutlicher Anstieg von Eingaben von Vereinen zu verzeichnen", sagt ein Sprecher. Ähnliches berichtet Rechtsanwalt Elmar Lumer, der den Landessportbund NRW (LSB NRW) bei der Beratung und Information der Vereine unterstützt. Mit dem LSB NRW sind über Mitgliedsorganisationen 18.500 Sportvereine verbunden. "Im Moment ist die Aufregung bei den Vereinen groß", sagt Lumer. Viele von ihnen hätten sich bislang nicht ausreichend mit dem beschäftigt, was auf sie zukommt.

Ein Beispiel ist die Informationspflicht. "Schon bei der Erhebung von Daten, zum Beispiel bei der Aufnahme von Mitgliedern, muss jeder darüber informiert werden, welche Daten auf welcher Grundlage zu welchem Zweck erhoben werden", sagt Elmar Lumer. Auch über das Recht auf Auskunft, auf Widerspruch und Löschung der Daten müssten die Vereine informieren und sich bestätigen lassen, dass sie darüber informiert haben.

Braucht jeder Verein einen Datenschutzbeauftragten?

"Wenn Daten mit einer Einwilligung erhoben werden, müssen die Vereine darüber informieren, dass die Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann." Das sei zum Beispiel dann der Fall, wenn Telefonnummern oder E-Mail-Adressen an andere Vereinsmitglieder weitergegeben werden sollen, damit Fahrgemeinschaften gebildet werden können. Unklarheiten gibt es außerdem im Hinblick auf die Veröffentlichung von Fotos, auf denen Menschen zu sehen sind.

Ein weiterer Punkt in der DSGVO, der Vereine beschäftigt, ist der Datenschutzbeauftragte. Wenn in der Regel mindestens zehn Personen im Verein regelmäßig mit Daten der Mitglieder befasst sind, muss dieser eingesetzt werden. "Auch Ehrenamtliche zählen dazu, also zum Beispiel der Trainer, der jede Woche die Mannschaftsaufstellung auf elektronischem Weg an den Landesverband übermittelt", sagt Lumer. Wenn die Vereine Gesundheitsdaten erheben, könnte es sein, dass auch dann ein Datenschutzbeauftragter eingesetzt werden muss, wenn weniger als zehn Personen regelmäßig mit den Daten umgehen, ergänzt der Anwalt. Das könnte Rehasportvereine betreffen.

Zusatzarbeit für alle Vereine

Laut LDI NRW dürften Vereine, die ihre Strukturen bereits auf das bisher geltende Datenschutzrecht ausgerichtet haben, am wenigsten Probleme haben. Dazu zählt sich das LAZ Regio Herford. Der junge Leichtathletik-Verein fürchtet die Änderungen durch die DSGVO nicht. "Wir haben uns in den letzten Jahren gut vorbereitet", sagt Lutz Siegert, Vorsitzender des Fördervereins. Die Änderungen hielten sich in Grenzen. Sogar einen Datenschutzbeauftragten habe der Verein mittlerweile, obwohl er diesen nicht haben müsste.

Weniger gut vorbereitete Vereinen dagegen dürften jetzt viel zu tun haben. Zusatzarbeit kommt durch neue Dokumentationspflichten auf alle Vereine zu. "Sie müssen sich tief reinknien in den Datenschutz", sagt Elmar Lumer.

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