Ein Blick hinter die Kulissen des Gradierwerks

Astrid Sewing

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Olaf Hillebrenner (rechts) führt die LZ-Leser durch das Erlebnisgradierwerk und hat mit Luise Bernert (links) eine sehr kompetente Gesprächspartnerin. Die Bad Salzuflerin ist Stadtführerin und kennt viele Details. - © Astrid Sewing
Olaf Hillebrenner (rechts) führt die LZ-Leser durch das Erlebnisgradierwerk und hat mit Luise Bernert (links) eine sehr kompetente Gesprächspartnerin. Die Bad Salzuflerin ist Stadtführerin und kennt viele Details. (© Astrid Sewing)

Bad Salzuflen. 300 Meter Dornen und Sole – die Kombination ist das Pfund, mit dem Bad Salzuflen wuchern kann. Was sich sonst noch dahinter verbirgt, was dazu gehört, um die Gradierwerke zu unterhalten, das haben Mittwoch 13 LZ-Leser aus erster Hand gehört. Olaf Hillebrenner, Gradierer des Staatsbades, führte hinter die Kulissen des begehbaren Frischluftspenders am Kurpark-Haupteingang.

Im Inneren des einmaligen Gradierwerks gibt es eine Sole-Nebelkammer und die Möglichkeit eines Rundgangs. Ein Bereich allerdings bleibt in der Regel geschlossen – der Technikraum. Für den exklusiven Einblick hatten sich viele Lipper beworben, 15 bekamen die Zusage, allerdings blieben zwei Plätze frei. Annette Horstbrink, die seit 20 Jahren in Bad Salzuflen lebt, war dabei, weil sie endlich die Gelegenheit nutzen wollte, mehr über die Gradierwerke zu erfahren. „Man sieht zwar, wie schön das hier alles ist, aber irgendwie kommt man dann nicht dazu, sich das mal genauer anzuschauen", sagte Horstmann. Ihr Mann verpasste die Führung, denn er stand im Stau. „Der technische Teil hätte ihn besonders interessiert."

Die Teilnehmer waren von dem Aufwand sehr beeindruckt. Olaf Hillebrenner verwies auf die ausgeklügelte Steuerung, mit der die Sole auf die Gradierwerke verteilt wird. Der Salzgehalt liegt bei 8,5 Prozent, das Wasser wird in einem Kreislauf wieder verwendet und in einer Solewanne, die 450 Kubikmeter fasst, gesammelt. „Wenn es sehr warm ist, führen wir Süßwasser zu, damit der Salzgehalt nicht zu hoch wird." Denn die Salzufler Sole hat auch Begleitstoffe, die problematisch sind. „Die Mineralien setzen sich ab, die Dornen versintern und müssen dann ersetzt werden."

Die Frage von Fritz Altenhöhner, was täglich kontrolliert werden muss, beantwortete der Experte mit: „Eine ganze Menge." 500 Holz-Hähne müssen unter anderem überprüft werden, denn mit ihnen wird die Wassermenge gesteuert, die über die Dornenwände fließt. In der Nebelkammer müssen die 13 Flaschen mit der Sole regelmäßig ausgetauscht werden. Im Technikraum ist die gesamte Steuerung für das Areal untergebracht – das Licht, die Internetverbindungen für die Webcams, die Theaterkassen, die Technik für die Springbrunnen und Telefonverbindungen – alles läuft hier auf wenigen Quadratmetern zusammen.

Die Teilnehmer durften in der Sole-Nebelkammer kurz entspannen und wurden dann zu einem Imbiss im nahen Vitalzentrum eingeladen. Dort hatten die LZ-Leser einen weiteren Vorteil: Im Vitalzentrum konnten sie das „Solewannen-gespräch" zu dem besonderen Heilmittel Sole" verfolgen.

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