Front gegen den Nationalpark steht

Waldbauernverband sieht sich durch die jüngsten Entwicklungen bestätigt

Von Dieter Asbrock

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Nationalpark-Gegnerin: Beatrix Boekstegers. - © Foto: Asbrock
Nationalpark-Gegnerin: Beatrix Boekstegers. (© Foto: Asbrock)

Lemgo-Matorf. Kämpferische Stimmung beim Waldbauerntag im Saal Hartmann in Matorf: Die Nationalpark-Gegner sind sehr zufrieden mit ihren Erfolgen. Und sie wollen nicht  locker lassen.

"Der Waldbauernverband war die Keimzelle des Protestes gegen den Nationalpark", rief Vorsitzende Beatrix Boekstegers den über 150 anwesenden Landwirten zu. Aus den 3.300 Unterschriften, die man vor einem Jahr gesammelt habe, habe die Bürgerbewegung Teutoburger Wald 25.000 gemacht.
 
Sie war erfreut, dass die IHK Detmold sich auf die Seite der Nationalparkgegner geschlagen habe. Enttäuschend fand sie eine Anhörung  im Landtag: "Die Politiker sind schlecht informiert, können Naturpark und Nationalpark nicht unterscheiden." Ihr Fazit: "Wir müssen weiter gut informieren und sachlich diskutieren."

Stephan Prinz zu Lippe ging auf die politischen Ereignisse der letzten Tage ein. Noch am 16. Januar habe der Kreisausschuss von Konsens gesprochen, Landrat Friedel Heuwinkel habe die unwahre Behauptung verbreitet, mit ihm über Tauschflächen gesprochen zu haben. "Aber unsere Politiker haben keine Demonstration von solcher Wucht erwartet, wie sie am Samstag in Detmold stattgefunden hat."

So habe der Kreistag sich am Montag, 23. Januar, in einen Schlichtungsversuch geflüchtet, der - da war er sich mit Boekstegers einig - nicht zum Nationalpark führen wird. Er und die Stadt Horn-Bad Meinberg würden keinesfalls Flächen dafür abtreten. Er kritisierte, dass Heuwinkel mit Staatssekretär a.D. Günter Koslowski ausgerechnet den Anwalt zum Schlichter berufen wolle, der zuvor die Nationalpark-Befürworter vertreten habe.

Johannes Glitz hielt es nicht mehr auf seinem Stuhl: "Wir in Kempen wären am meisten von einem Nationalpark betroffen", polterte er. "Wir werden nicht aufhören, zu kämpfen." Dass ein Nationalpark Touristen anlockt, hält er für Quatsch: "Mit einem toten Wald können wir nicht punkten."

Aber die Versammlung hatte auch die "normale forstwirtschaftliche Lebenswirklichkeit" auf der Tagesordnung. Dazu gehörte ein Ertrag von 66.000 Festmetern Holz aus lippischen Wäldern, 50 Prozent mehr als 2009, was Forstdirektor Franz Stockmann als "eine unglaubliche Leistung" bezeichnete. Weiteres wichtiges Thema war die Entwicklung auf dem Holzmarkt, die Forstdirektor Lammert über die verschiedenen Baumarten hinweg bewertete. Forstdirektor Dieter Jünemann schließlich sprach über Arten- und Biotopschutz in der Waldbewirtschaftung und gab den Landwirten Tipps.

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