Hupkonzert verschreckt Hoftiere

Zwischenfall nach Demo gegen den Nationalpark

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Viele Treckerfahrer begleiteten die Demonstration gegen den Nationalpark. - © Archivbild
Viele Treckerfahrer begleiteten die Demonstration gegen den Nationalpark. (© Archivbild)

Schlangen (sb). Zu einem Zwischenfall ist es nach der Demonstration der Nationalpark-Gegner am Samstag, 21. Januar, gekommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind sechs bis zehn Landwirte mit ihren Schleppern auf dem Heimweg am Hof des Landrat-Bruders Ralf Heuwinkel vorbeigefahren. Dort verschreckten sie die Tiere.

Auf der "Facebook"-Seite der "Nationalparkfreunde"  war zu lesen, dass die Aktion einige Hühner das Leben gekostet haben soll, Kühe seien schwer verletzt worden. Diese Information bestätigte Ralf Heuwinkel nicht: "Kein Tier ist zu Schaden gekommen." Die Schlepperfahrer  seien über einen Privatweg Heuwinkels gekommen und an seinem Hof hupend vorbeigefahren: "Dadurch sind die Tier verschreckt worden, die Stalleinrichtung hat etwas gelitten", sagte Heuwinkel. Am Montag hätten sich die Männer dann bei ihm entschuldigt: "Damit ist für mich der Fall erledigt. Ich werde keine Anzeige erstatten."

Ob die Nationalpark-Gegner dem erklärten Befürworter, Landrat Friedel Heuwinkel, eins auswischen wollten, ist nicht klar. Friedel Heuwinkel hat den Hof mit 1.200 Legehennen und rund 100 Mastrindern an seinen Bruder Ralf verpachtet. Am vergangenen Samstag war er nicht zuhause, da er an dem öffentlichen Trauermarsch für die ermordete Arzu Özmen teilnahm.

"Das wussten die Jungs doch. Die wollten nur eine Abkürzung nehmen und haben dann zweimal am Hof gehupt", erklärte Jürgen Ruth, Sprecher der Anti-Nationalpark-"Bürgerbewegung" und selbst Landwirt in Schlangen. Sein Sohn war an dem Zwischenfall ebenfalls beteiligt. Mit persönlichen Anfeindungen habe das aber nichts zu tun, sagte Ruth. Das glaubt auch Ralf Heuwinkel: Schließlich kenne man sich unter Berufskollegen und über die Feuerwehr. Und er selbst habe doch mit dem Nationalpark auch gar nichts zu tun.

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