Studenten präsentieren ihre lippischen Stadtvisionen

Ideen für Lügde, Horn, Schwalenberg und Blomberg

Von Martin Hostert

Studenten präsentieren ihre Zukunftsvisionen - © Lippe
Studenten präsentieren ihre Zukunftsvisionen (© Lippe)

Kreis Lippe. Detmolder Architekturstudenten haben sich mit dem Entwicklungspotenzial lippischer Orte befasst. Ihre Ideen für Horn, Blomberg, Lügde und Schwalenberg stellten sie am Donnerstag in der Hochschule vor.
 
Die Studenten sehen die Orte als Ferienziele und präsentierten ihren Kommilitonen und Professoren sowie Bürgermeistern Pläne, an denen sie seit November gefeilt hatten (die LZ berichtete). Auch Vertreter des Kreises waren dabei, er hatte mit der Hochschule kooperiert.

Zwei Beispiele: Alte Handwerkskünste leben in Blomberg auf. Auf freien Plätzen wird Bogenschießen ermöglicht, Fecht-Turniere stehen an. Besucher erkunden auf historischen Fahrrädern die Stadt, geführt von einem gut durchdachten Wegeleitsystem. Sie wohnen in der Nelkenstadt in denjenigen Häusern, die Besitzern und Investoren gemeinsam liebevoll restauriert worden sind.

In der lippischen Nachbarschaft konzentriert sich Horn auf das Motto "Spiel, Spaß und Sport". In Kooperation mit den Vereinen werden Volleyball- und Badmintonfelder eingerichtet, Fachgeschäfte und ein Ausrüstungsverleih öffnen. Das Konzept lockt Touristen und erfreut die Einheimischen, ihre Kinder haben alle Möglichkeiten, gesund aufzuwachsen. Es gibt eine zentrale Rezeption für Gäste und Hornsche, samt Speisesaal, Dart und Billard. Mit dem Rad gehts quer durch Lippe bis zu den Externsteinen. An der Burg entsteht ein Mehrgenerationenspielplatz. Touristen wohnen in schmucken Stadthäuschen. Ladenlokale sind wiederbelebt.

Die Stadt sollte stärker mit der Nähe zu Bad Pyrmont wuchern, auch mit dem Emmerauenpark. Von ihren Vorschlägen, wie diese Ideen realisiert werden können, berichten die Studenten Lars Frenz, Mercell Füchtencordsjürgen und Anette Schmidt Bürgermeister Heinz Reker (von links). - © Foto: Preuss
Die Stadt sollte stärker mit der Nähe zu Bad Pyrmont wuchern, auch mit dem Emmerauenpark. Von ihren Vorschlägen, wie diese Ideen realisiert werden können, berichten die Studenten Lars Frenz, Mercell Füchtencordsjürgen und Anette Schmidt Bürgermeister Heinz Reker (von links). (© Foto: Preuss)

Professor Oliver Hall weiß: "Das sind Visionen." Aber es geht darum, den Blick zu weiten, sich nicht nur mit Finanzierungsmöglichkeiten für die Renovierung von Fußgängerzonen und ähnlichen Themen zu beschäftigen. "Es ist absolut notwendig, über den Tellerrand zu schauen." Dass sich die vier lippischen Orte nicht, wie Dörfer in der Toskana, zu reinen Feriendomizilen wandeln werden, sei logisch. Aber: "Urlaubsarchitektur ist ein guter Anknüpfungspunkt. Sie steht für Sehnsucht und Romantik, für außergewöhnliches Wohnen." So sei der Gedanke gewachsen, wie die Orte sich entwickeln würden, entwerfe man sie als Feriensiedlung.

Blombergs Bürgermeister Klaus Geise war angetan. "Sie verlassen die Sachzwänge, das gefällt mir. Sehr schön", lobt er. Vielleicht fließe die ein oder andere Idee ja ins Stadtentwicklungskonzept ein.

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