Bewährung für 23-Jährigen aus Lage

Letzte Warnung für Kneipenschläger

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Der 23-jährige Norbert N. wurde von der Polizei wegen Körperverletzung verurteilt (© Detmold/Augustdorf)

Detmold/Augustdorf (huck). Der 23-jährige Norbert N. (alle Namen geändert) aus Lage ist gestern vom Amtsgericht Detmold wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Der Angeklagte, der zur Neonazi-Szene gehört, war im Oktober in Augustdorf in eine Schlägerei verwickelt.

N. war an jenem Abend mit zwei befreundeten Brüdern unterwegs. Es wurde viel Alkohol getrunken. In Augustdorf suchten sie eine Gaststätte auf, wurden aber aufgefordert, diese wieder zu verlassen: Die Begleiter von Norbert N. hatten Lokalverbot. Aus Ärger begannen sie, Lieder zu singen, "die man nicht gerne hört", so Rechtsanwalt Johannes Salmen.

Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung und Rempeleien mit Personen, die aus der Gaststätte kamen.
Als der Streit bereits beendet war, schlug Norbert N. dem Geschädigten Andreas F., der gerade in sein Auto steigen wollte, die Faust ins Gesicht. Dieser brach zusammen und musste ins Krankenhaus. Er erlitt eine Fleischwunde im rechten Mundwinkel und verlor zwei Zähne.

Zunächst hatte der Angeklagte versucht, sein Verhalten als Notwehr zu deklarieren. Nach einem Gespräch mit seinem Verteidiger räumte er die Vorwürfe aber vollständig ein. Dieses Geständnis und auch die Entschuldigung, die das Opfer annahm, wurden bei Strafzumessung ebenso wie der reichliche Alkoholkonsum zu seinen Gunsten berücksichtigt.

Für ihn sprach, dass er sich bereit erklärte, ein Schmerzenzgeld in Höhe von 1.500 Euro an den Geschädigten zu zahlen sowie dessen Schäden zu begleichen. Strafverschärfend wirkte sich eine einschlägige Vorstrafe aus 2010 aus. Richter Martin van der Sand setzte eine dreijährige Bewährungszeit fest. "Wenn Sie erneut straffällig werden, sperre ich Sie ein", schloss er.

Eine unschöne Szene spielte sich am Rande der Verhandlung ab. Zwei Zeugen und ein Zuhörer standen zur Urteilsverkündung erst auf, nachdem der Richter ihnen mit der Verhängung eines Ordnungsgeldes gedroht hatte.

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