Experten diskutieren über Vereinbarkeit von Kind und Karriere

Spagat zwischen Karriere und Kochtopf

Von Erol Kamisli

Spagat zwischen

Kind und Karriere - © LZ
Spagat zwischen
Kind und Karriere (© LZ)

Kreis Lippe. Immer mehr Betriebe erkennen die Bedeutung einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf für eine positive Entwicklung ihres Unternehmens. Doch wie lassen sich Kind und Karriere zusammenbringen?

Um diese Frage zu diskutieren, laden die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK) und die Lippische Landes-Zeitung Unternehmer, Arbeitnehmer und Interessierte am 1. März zur Podiumsdiskussion samt Fragerunde ein.

In den IHK-Räumlichkeiten stehen Sofie Geisel, Leiterin des Unternehmensnetzwerks "Erfolgsfaktor Familie" beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag, Sabine Elting, Leiterin Personalmanagement bei Weidmüller, Katrin Fasse, Personalreferentin bei Phoenix Contact und Leiterin des Arbeitskreises Familienbetreuung Lippe sowie Dr. Gunter Tautorus, Geschäftsführer der "eltromat" GmbH in Leopoldshöhe und Stefan Marx, DGB-Organisationssekretär für OWL Rede und Antwort.

Wenn es überhaupt keine Betreuungsmöglichkeiten mehr gibt, muss der Nachwuchs ausnahmsweise mal ganz schnell mit an Mamas Arbeitsplatz. - © Foto: Preuss
Wenn es überhaupt keine Betreuungsmöglichkeiten mehr gibt, muss der Nachwuchs ausnahmsweise mal ganz schnell mit an Mamas Arbeitsplatz. (© Foto: Preuss)

Moderiert wird die Veranstaltung von LZ-Redakteur Thomas Reineke.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird laut Sofie Geisel in der Wirtschaft schon lange nicht mehr als "Frauengedöns" betrachtet. "Allein wegen des Fachkräftemangels ist Familienfreundlichkeit zu einer ökonomischen Notwendigkeit geworden", sagt Geisel.
Dies bestätigt Dr. Gunter Tautorus, Geschäftsführer der "eltromat" GmbH in Leopoldshöhe.

"Wir haben das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie aktiv besetzt", betont Dr. Tautorus. Das Unternehmen mit 175 Mitarbeitern in Leopoldshöhe biete flexible Arbeitszeitmodelle an und auch Vätermonate gehörten zur Normalität. Natürlich brauche sein Unternehmen Fachkräfte, die nicht leicht zu haben seien. "Wir haben unsere Ingenieuerstellen mit weiblichen Teilzeitkräften besetzt", so der dreifache Vater.

Doch neben Kleinkinderbetreuung gewinne auch das Thema "pflegebedürftige Angehörige" immer größere Bedeutung.
"Weidmüller bietet zahlreiche Modelle, um Familie und Beruf zu vereinen", betont Sabine Elting, Leiterin Personalmanagement.  Dazu gehörten auch Teilzeitmodelle, Homeofficelösungen und Hilfe bei der Kitaplatzsuche. Untersuchungen zeigten, dass gerade die jüngere Generation Wert auf eine ausgeglichene Balance zwischen Beruf und Familie lege. "Indem wir diese Bedürfnisse unserer Mitarbeiter berücksichtigen, steigern wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber", sagt Elting.

 "Es gibt ein paar Leuchtturmunternehmen, aber ein Großteil hat die Bedeutung des Themas noch nicht verstanden", sagt Stefan Marx DGB-Organisationssekretär für OWL. Inzwischen nutzten  diese Vorzeigebetriebe ihre "Familienfreundlichkeit" als Martketinginstrument, um  Fachkräfte zu gewinnen. "Wir fordern ja nicht gleich Betriebskitas", sagt Marx. Aber Firmen, die in einem Industriegebiet liegen, könnten doch gemeinsam eine Kita aufbauen, fügt Marx hinzu.

Katrin Fasse leitet den Arbeitskreis Familienbetreuung Lippe, kurz FABEL. "Wir glauben, dass Lippe eine tolle Region für Familien ist und möchten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf helfen", erklärt Fasse. Trotz der vielen  Angebote sei es schwierig, das Richtige zu finden. Daher gebe es seit 2011 beim Kreis eine Stelle, die Familien helfe sowie Betriebe und Mitarbeiter berate.

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