Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wirbt um Stimmen für ihre SPD

Ein Tänzchen für die Landesmutter

Von Martin Hostert

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Hannelore Kraft 

zu Gast in Lippe - © Lippe
Hannelore Kraft
zu Gast in Lippe (© Lippe)

Kreis Lippe. Die SPD hat zum Auftakt und gleichzeitigen Höhepunkt des kurzen Wahlkampfes Ministerpräsidentin Hannelore Kraft begrüßt. In Detmold und Lemgo waren mehrere hundert Menschen dabei.

Am Nachmittag in Detmold zeigte sich die Landesmutter gut aufgelegt - nach einem kurzen Statement zu ihren politischen Zielen nahm sie sich Zeit zum Gespräch mit den Bürgern. SPD-Kreisgeschäftsführer Rainer Brinkmann war zufrieden, er zählte rund 500 Menschen auf dem Marktplatz.

Fast ebenso viele waren später im Foyer der Lipperlandhalle in Lemgo dabei. Der Abend stand unter dem Motto "Einsatz vor Ort". Nachdem die heimischen Kandidaten Dennis Maelzer und Jürgen Berghahn von ihren jüngsten "Einsätzen vor Ort" berichtet hatten - nämlich von Arbeitsstunden im SOS-Kinderdorf, bei Eben-Ezer oder in den Werkstätten des lippischen Blinden- und Sehbehindertenvereins, schilderte Hannelore Kraft ihre Erfahrungen. Sie war etwa als Aushilfs-Schaffnerin in U-Bahnen und als Müllwerkerin aktiv. "Ich zolle den Kollegen dort den höchsten Respekt", resümierte die Ministerpräsidentin. "Ich habe die Lebenswirklichkeiten der Menschen kennengelernt."

Hannelore Kraft ist vom Auftritt des TuS Eichholz-Remmighausen auf dem Detmolder Marktplatz sichtlich begeistert. Zum Dank dürfen die Mädchen den Landtag besuchen. - © Foto: Preuss
Hannelore Kraft ist vom Auftritt des TuS Eichholz-Remmighausen auf dem Detmolder Marktplatz sichtlich begeistert. Zum Dank dürfen die Mädchen den Landtag besuchen. (© Foto: Preuss)

Dass diese Lebenswirklichkeit nicht immer so rosig aussähen, es viele Jugendliche ohne Schulabschluss oder Lehrstelle gäbe, viele Menschen in sozialen Schwierigkeiten steckten, stelle hohe Anforderungen an die Gesellschaft: "Sie muss für diese Menschen da sein, damit dieses nicht passiert." Vor allem gehe es um Vorbeugung. Die "Reparaturkosten" der öffentlichen Hand für Inobhutnahmen von Kindern, Überbrückungszeiten von Schulabgängern in allen möglichen Maßnahmen oder ähnliches seien viel zu hoch. Stolz verwies Hannelore Kraft auf die nach ihren Angaben 16.000 neuen U3-Plätze und das beitragsfreie letzte Kita-Jahr als Schritte in die richtige Richtung.

Etwa 40 Besucher hatten auf Karten Fragen an die Politikerin formuliert. So räumte sie gegenüber der Lemgoer Initiative "Ostschule bleibt" ein, dass bei weniger Kindern selbstverständlich nicht alle Schulen erhalten bleiben könnten, aber Schulverbünde erleichtert worden seien. Weitere Antworten auf Fragen: 400-Euro-Jobs müssten mit einer Maximalstundenzahl verbunden sein, mehr Arbeitsplätze in Kitas seien nur bei Einhaltung der hohen Qualität der Arbeit dort sinnvoll.

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