SPD-Kandidaten behaupten sich souverän

Schäfer, Berghahn und Maelzer erringen erneut Mandate - CDU "erstaunt und entsetzt"

Von Martin Hostert und Silke Buhrmester

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SPD-Kreisvorsitzender Dirk Becker, Landtagskandidat Dennis Maelzer und Kreisgeschäftsführer Rainer Brinkmann (von links) klatschen gemeinsam mit Parteifreunden begeistert Beifall, als sie die ersten Hochrechnungen hören. - © Foto: Buhrmester
SPD-Kreisvorsitzender Dirk Becker, Landtagskandidat Dennis Maelzer und Kreisgeschäftsführer Rainer Brinkmann (von links) klatschen gemeinsam mit Parteifreunden begeistert Beifall, als sie die ersten Hochrechnungen hören. (© Foto: Buhrmester)

Kreis Lippe. Jubel bei der SPD, Ernüchterung bei der CDU: Aus der Wahl sind die Sozialdemokraten als klare Sieger hervorgegangen. Alle drei Kandidaten ziehen in den Landtag ein.

Information
So hat Lippe gewählt:
Lippe I
Lippe II
Lippe III

Im Flur zum Büro des SPD-Kreisverbandes liegt Hannelore Kraft auf den Wahlplakaten schon am Boden. Doch im Obergeschoss, wo sich 30 Sozialdemokraten um den Detmolder Dennis Maelzer versammelt haben, lassen sie "ihre" Landesmutter hochleben. Jubel, als die ersten Hochrechnungen zeigen: Die SPD kann nicht nur die rot-grüne Regierung fortsetzen, sie hat ihr Ergebnis gegenüber 2010 sogar verbessert, die CDU hingegen hat deutlich verloren. Schon um 18.34 Uhr geht die erste SMS bei Maelzer ein. Noch ist kaum eins der 354 Wahllokale ausgezählt, doch für Maelzer ist klar: Er hat erneut den Einzug in den Landtag geschafft, ebenso wie Ute Schäfer (Wahlkreis Lippe I) und Jürgen Berghahn (Lippe II). Es war ein Personenwahlkampf: "Unser Hauptthema war Hannelore Kraft", gesteht Maelzer. Kreisvorsitzender Dirk Becker drückt es andersherum aus: "Diesmal sind die CDU-Wähler nicht zur Wahl gegangen, mit Röttgen waren sie unzufrieden." Er glaubt, dass der Umweltminister nach der vernichtenden Niederlage politisch kein Gewicht mehr hat.

Regionale Themen wie der Nationalpark hätten kaum eine Rolle gespielt: "Die Bürger haben der Regierung ein Zeugnis für die Arbeit der vergangenen zwei Jahre ausgestellt, nicht die Themen der Zukunft gewählt", meint Becker. Ob das dicke Stimmenpolster es Rot-Grün einfacher macht, müsse man abwarten, so Maelzer: Es werde mehr SPD-Abgeordnete geben, die sich um Mitarbeit in den Ausschüssen bewerben.

Und die Kandidaten der Verliererin CDU? Dr. Konrad Hambrügge nennt die großpolitische Wetterlage "trübe", er rechnet mit steigenden Preisen, mit Inflation. Gleichwohl: "Das ist ja cool", entfährt es dem Leo­poldstaler, als es bei der ersten Hochrechnung zunächst 33 Prozent für ihn heißt. Er habe einen guten Wahlkampf gemacht, sei mit den Bürgern eng in Kontakt getreten. Sein Vorgänger im Wahlkreis Lippe III muntert ihn per SMS auf: "Kopf hoch! Du bist jung genug, um in fünf Jahren noch einmal anzutreten", schreibt Manfred Luckey. Walter Kern (Lippe II), auf Platz 34 bestplatzierter Lipper, macht sich bei seiner kleinen Wahlparty noch leise Hoffnung, über die Landesliste nach Düsseldorf zu kommen. Aber: "Wir haben verloren, da gibt es nichts zu beschönigen. Rot-Grün hat nun fünf Jahre Zeit zu beweisen, dass sie das Vertrauen rechtfertigen." Er freue sich, dass die Lipper CDU im Landesvergleich etwas besser abgeschnitten habe.

Er habe etwa 10.000 Stimmen verloren, resümiert ein frustrierter Heinrich Kemper, angetreten im Wahlkreis Lippe I. "Meine Leute sind nicht zur Wahl gegangen." Über das Ergebnis sei er "erstaunt und ersetzt." Und: "Da nutzt es auch nichts, besser als im Landestrend dazustehen."

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