Dutzmann eröffnet Herbstsynode der Landeskirche

Für Werte nicht zuständig

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Detmold (da). Die Landeskirche hat in der Nationalpark-Debatte bewusst auf eine Positionierung verzichtet, um nicht zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen. Das sagte Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann gestern zu Beginn der Herbstsynode im Landeskirchenamt.

Gleichzeitig rief er die Vertreter beider Lager in diesem "vielfach unsachlich bis beleidigend ausgetragenen Konflikt" dazu auf, das Ergebnis - je nach Standpunkt - nicht als Sieg zu feiern oder als Niederlage zu verstehen. Beide Positionen, das habe eine interne Anhörung im Landeskirchenrat gezeigt, verfügten über viel Überzeugungskraft. Die Landeskirche betrachte es auch deshalb  als ihre Pflicht,"zum Frieden in unserer Region beizutragen".

Dutzmann betonte vor den 52 Synodalen, die Kirche fühle sich nicht, obwohl vielfach dazu aufgefordert, für Erhalt und Vermittlung von Werten zuständig, sondern sei allein dem Gebot der Liebe zu Gott und den Menschen  verpflichtet. Er zeigte Verständnis für die "Sehnsucht" breiter Bevölkerungskreise "nach dem, was bleibt", schränkte aber ein: "Nicht Werte bleiben, sondern das Wort Gottes."

Der Landessuperintendent rief Kirchen- und Klassenvorstände dazu auf, die Bedeutung des Gottesdienstes für das Gemeindeleben im Blick zu behalten. Dass sich angesichts der demografischen Entwicklung - die Landeskirche verfügt noch über rund 177.000 Mitglieder - benachbarte Gemeinden einen Pfarrer teilen müssten, stehe außer Frage. Ergebnis dieses Prozesses solle es allerdings nicht sein, "dass selbstständige Gemeinden darauf verzichten, an allen Sonn- und Feiertagen Gottesdienst zu halten". Dutzmann kündigte an, dass die Kirchenleitung demnächst eine Neufassung der Lebensordnung vorlegen werde, die unter anderem Rahmenrichtlinien für den Gottesdienst enthalte.

Ein dickes Lob gab es für die ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrer. Diesen seien in der Vergangenheit große Veränderungen zugemutet worden. Dutzmann: "Das bis Ende dieses Jahres befristete Pfarrstellenreduzierungskonzept ist nahezu umgesetzt. Betrug die Zahl der Pfarrstellen am 1. Juni 2006 noch 104,75 so sind am Ende dieses Jahres voraussichtlich nur noch 82 Stellen vorhanden, auf denen Pastorinnen und Pastoren in den 69 Ortsgemeinden der Landeskirche Gottesdienst, Seelsorge und Unterricht verantworten." Es sei nun höchste Zeit für die Landessynode, sich inhaltlich mit dem Pfarrberuf auseinander zu setzen.

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