Koczy: "Betreuungsgeld ist ein Rückschritt"

Grüne verweist auf geringe Nachfrage

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Kreis Lippe. Das von der Bundesregierung zum 1. August eingeführte Betreuungsgeld findet nach Recherchen der Bundestagsabgeordneten Ute Koczy bei den Eltern im Kreis Lippe nur wenig Begeisterung. So seien bisher laut Kreis nur 20 Anträge bewilligt worden.

Das Betreuungsgeld wird Eltern eines Kindes im Alter von 15 bis 36 Lebensmonaten gewährt, wenn sie auf einen Platz in einer Kindertagesstätte verzichten. Die Höhe beträgt zunächst 100 Euro. Die Zahlen des Kreises Lippe bestärken die Bundestagsabgeordnete in ihrer Kritik. "Dies zeigt deutlich, dass die Eltern verantwortungsvoller mit der Zukunft ihrer Kinder umgehen als die Bundesregierung. Eine hochwertige pädagogische Betreuung in einer Kindertagesstätte ist ihnen mehr wert als ein finanzielles Trostpflaster", schreibt Koczy. 

Auch gesellschaftspolitisch sei  das Betreuungsgeld ein Rückschritt in vergangene Zeiten, da dies gerade junge Mütter vom Arbeitsmarkt fernhalte. Besser sei es, Karrieren junger Mütter zu fördern, findet die Grüne Bundestagsabgeordnete.

Sie fordert, dass vorhandene Mittel in den Ausbau von Tageseinrichtungen oder in die Kindertagespflege investiert werden. Immer noch versuche die Bundesregierung "einen offensichtlichen Mangel mit einer kontraproduktiven und rückwärtsgewandten Maßnahme zu verschleiern, anstatt den Weg einer nachhaltigen und fortschrittlichen Gesellschaftspolitik zu gehen". "Deswegen bin ich auch dafür, das Betreuungsgeld abzuschaffen", schreibt Koczy.

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