Hubschrauberlandeplatz des Klinikums Lippe eröffnet

Martin Hostert

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Stolz auf die neue Landefläche: (von links) der ärztliche Geschäftsführer Dr. Helmut Middeke, Landrat Dr. Axel Lehmann und KLG-Geschäftsführer Johannes Hütte über den Dächern von Detmold. - © Vera Gerstendorf-Welle
Stolz auf die neue Landefläche: (von links) der ärztliche Geschäftsführer Dr. Helmut Middeke, Landrat Dr. Axel Lehmann und KLG-Geschäftsführer Johannes Hütte über den Dächern von Detmold. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Kreis Lippe. Aus dem Vorgarten aufs Dach – was sich unspektakulär anhört, ist für das Klinikum Lippe ein Riesensprung. Und zwar einer über 21 Meter Höhendifferenz. Hoch oben auf dem Nordflügel des Detmolder Krankenhaus hat das Klinikum am Dienstag seinen Hubschrauberlandeplatz in Betrieb genommen.

„2005 gab es die ersten Skizze", berichtete Krankenhaus-Architekt Christoph Potthast. Viele Jahre gingen ins Land, bis vor zwölf Monaten mit dem Bau begonnen wurde. Nun ist das von unten ebenso futuristisch wie filigran wirkende Rondell fertig – mit beheizter Landefläche. Es ist der Auftakt zu einem Mammut-Bauprogramm des Klinikums, 60 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren investiert – ein Drittel in Lemgo (unter anderem für den Intensiv Cube), zwei Drittel in Detmold (neues Bettenhaus, neuer OP). Landrat Dr. Axel Lehmann freute sich: „Wie stehen nun deutlich besser da als mit dem alten Platz unten an der Wiese." Das Bauwerk stärke die Position des Klinikums als zertifiziertes regionales Traumazentrum.

Die kurzen Wege zur Intensivstation und zur Notaufnahme per Fahrstuhl seien aus medizinischer Sicht höchster Standard, sagte der medizinische Geschäftsführer Dr. Helmut Middeke. Die Investition sei auch strategisch richtig, denn Helikopter-Transporte gewönnen an Bedeutung: „Nicht nur für die Versorgung von Unfallopfern. Auch bei Herzinfarkten oder Frühgeburten beispielsweise wird diese Versorgung immer wichtiger, blicken wir auf den drohenden Ärztemangel auf dem Land."

Johannes Hütte, Geschäftsführer der Klinikum Lippe GmbH, stufte den Platz als einen der besten der 330 in NRW ein. „In dieser Kategorie gibt es nur 26." Der Platz ist ausgelegt für 100 Landungen im Jahr, der alte war für 30 konzipiert. Martin Buchholz, der für den ADAC den Rettungshubschrauber Christoph Westfalen fliegt, sah „entspanntes Landen" voraus – und der Transport der Patienten über ruckelige und relativ weite Wege zur Notfallaufnahme habe ein Ende.

2,3 Millionen Euro investiert

180 Tonnen Stahl sind verbaut worden, 31 Meter misst das Rondell Platz im Durchmesser; er trohnt auf 16 Stützen und hat 2,3 Millionen Euro gekostet.Ein Schallgutachten belege, dass die Belastung durch den neuen Landeplatz geringer als mit dem bisherigen sein werde, erklärte Bauleiter Christoph Potthast. Das lieg daran, dass die Häuser den Schall reflektierten. Außerdem sei nun das wesentlich leisere Rückwärts-Startverfahren möglich. Potthast berichtete, dass die Architektengruppe Schweitzer bereits beim Bau des Flügels an einen Landeplatz auf dem Dach gedacht habe, die Statiker ebenfalls.

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