Polizei in Lippe warnt vor Liebesbetrügern im Netz

Janet König

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Nicht jeder Flirt im Netz führt zur großen Liebe - © Symbolbild: Pixabay
Nicht jeder Flirt im Netz führt zur großen Liebe (© Symbolbild: Pixabay)

Kreis Lippe. Das Netz ist inzwischen ein beliebter Ort für die Partnersuche. Doch wie beim Dating in der realen Welt, sind auch im Internet einige Frösche unterwegs. Aktuell warnt die Polizei in Lippe verschärft vor Liebesbetrügern im Netz. Das unseriöse "Geschäft" mit der Liebe könne online zu einer sehr teuren Angelegenheit werden, teilt die Polizei mit. Aktuell ermitteln die Beamten zu drei Betrugsfällen in Lippe. Der Schaden liegt laut Polizeisprecher Uwe Bauer jeweils in einem hohen fünfstelligen Bereich.

Das ist die gängige Masche: Unter vorgetäuschter Identität wird das Vertrauen partnersuchender Opfer gewonnen, die gutgläubig später ihrem vermeintlichen Liebsten mit Geld aus der Patsche helfen. Diese Liebes-Betrüger, sogenannte "Romance-Scammer", suchen sich ihre meist weiblichen Opfer gezielt über Partnerbörsen im Internet.

Schritt für Schritt bauen Profil-Betrüger mit einfühlsamen, aufmerksamen Mails Kontakt zu den partnersuchenden Frauen auf und gewinnen deren Vertrauen, heißt es im Pressetext. Dahinter stecken laut Polizei meist organisierte Banden aus dem afrikanischen Raum, die sich im Internet beispielsweise als amerikanische oder britische Ingenieure sowie sonst im Ausland beruflich Gebundene ausgeben.

Unter Nutzung dieser vorgegaukelten Identität erhalte das Opfer Komplimente und Liebeserklärungen, bis es sogar an eine ernsthafte Zukunft mit der Internet-Liebe glaubt. Nach einer Weile des regelmäßigen E-Mail-Kontakts berichtet der "Romance-Scammer" über finanzielle Engpässe, Notfälle in der eigenen Familie oder dringende ärztliche Behandlungen. Daneben bitten Netzbetrüger ihre Opfer um Geld für eine Gesundheitsbehandlung, zum Kauf eines Flugtickets für ein ersehntes Treffen - der Fantasie eines Netzbetrügers seien keine Grenzen gesetzt.

Knickt de gutgläubige Chatpartner irgendwann ein, ist das Schema meist gleich: Die Opfer überweisen ihrer vermeintlich großen Liebe den gewünschten Betrag - und der Kontakt bricht danach plötzlich ab.

Laut Polizei gibt es auch derartige Kontakte, die über Jahre andauern - Jahre, in denen immer wieder Geld fließt. Da die Überweisungen freiwillig geschehen und viele Opfer sich schämen, auf einen Betrug im Netz reingefallen zu sein und gar nicht erst zur Polizei gehen, dürfte die Dunkelziffer sehr hoch liegen, heißt es.

Kommt es doch zur Anzeige, gestalten sich die Ermittlungen oft schweirig. Nicht jeder Liebesbetrug stelle eine verfolgbare Straftat dar. Anders könne der Betrug gewertet werden, wenn nachweislich ein Eheversprechen vorliegt oder die Geldbeträge für eine konkrete gemeinsame Zukunftsplanung genutzt werden sollen. Die Schadenssummen sind in der Regel nicht niedrig, gehen sogar bis in den sechststelligen Bereich.

Der Appell der Polizei: Wer im Netz potenzielle Partner kennnenlernen möchte, sollte bei der Kontaktaufnahme einen kühlen Kopf bewahren und sich nicht zu schnell auf Versprechungen einlassen. Daneben warnt die Polizei davor, finanzielle Verhältnisse preiszugeben.

Weitere Tipps gibt es direkt bei der Polizei.

Stiftung Warentest fordert mehr Datenschutz

Viele Dating-Apps versenden mehr Nutzerdaten als eigentlich nötig. Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Auswertung der Stiftung Warentest, die in der Ausgabe 3/2018 der Zeitschrift „test" erschienen ist. Die Tester haben dafür von November bis Januar insgesamt 22 grundsätzlich kostenlose Kennenlerndienste untersucht, mit alleinigem Fokus auf den Datenschutz. Das ernüchternde Ergebnis: Was das Datensendeverhalten angeht, haben die Tester bei 20 der 22 Dienste mindestens in einer der beiden App-Versionen „erhebliche Schwächen" ausgemacht. Bei Tinder, Grindr, Badoo und ElitePartner beispielsweise bekommen beide App-Varianten das Prädikat „kritisch", bei anderen Programmen wie eDarling, Lovescout24 und Neu.de gilt diese Einschätzung jeweils nur für die iOS-App. Lediglich zu den Diensten Bildkontakte und KissNoFrog heißt es plattformübergreifend, dass über die App keine „unnötigen Daten" versendet werden.

Dass es auch positive Beispiele gibt, hat uns ein Paar aus der Region gezeigt, das sich im Netz beim Portal "Erwins Date" kennen- und lieben gelernt hat. Beide hätten ohne Online-Dating wohl nicht zueinander gefunden, sagen sie selbst. Die ganze Geschichte gibt es hier (LZ-Plus).

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