NRW-Theatertreffen startet am Abend - das ist die Jury

Barbara Luetgebrune

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Bunt geschmückt - so präsentiert sich das Detmolder Landestheater zum NRW-Theatertreffen. - © Bernhard Preuss
Bunt geschmückt - so präsentiert sich das Detmolder Landestheater zum NRW-Theatertreffen. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Wenn ab heute Abend in Detmold die Wettbewerbsbeiträge von zehn Bühnen zum NRW-Theatertreffen zu erleben sind, sitzen in den Zuschauerreihen stets auch sechs Studierende der Universität Paderborn. Sie begleiten das Festival in einem Seminar, das von Dr. Bernhard Doppler geleitet wird. Dabei bilden sie die Junge Jury, die die aus ihrer Sicht beste Inszenierung des Wettbewerbs küren wird. Außerdem schreiben sie für die LZ Beiträge zum Festivalgeschehen.

Der Literaturwissenschaftler Bernhard Doppler leitet als Lehrbeauftragter regelmäßig Seminare an der Uni Paderborn, in einer speziellen Reihe begleiten er und seine Studenten dabei Theater-Festivals in ganz Deutschland. Das liegt vor allem darin begründet, dass Dopplers Herz für die Bühne schlägt. Seit 1990 arbeitet er als Theaterkritiker für zahlreiche Medien – „in erster Linie für Deutschlandradio Kultur", sagt er.

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In seiner journalistischen Tätigkeit sei er ein „Wendegewinner", berichtet Doppler lachend. „Zu DDR-Zeiten durfte kaum ein Kulturredakteur in den Westen reisen. Nach der Wende brauchten die Ost-Sender daher Kritiker, die das Kulturgeschehen für sie einordnen konnten. So hat das angefangen", erzählt Doppler.

Mit den Seminaren, in denen er sich dem Theater widmet, könne er zum einen seine beiden Faibles der Literatur- und der Theaterwissenschaften gut miteinander verknüpfen, berichtet Doppler. Sie lägen ihm aber noch aus einem anderen Grund am Herzen: „Ich möchte eine Nähe zwischen Ensemblemitgliedern und Studenten fördern. Beide sind oft fremd in der Stadt." Von der Gruppe, die er jetzt für die Junge Jury zusammengestellt hat, ist er überaus angetan: „Das sind junge Leute, die wirklich Ahnung haben und mit ganz viel Engagement bei der Sache sind."

Bernhard Doppler gehört auch der offiziellen Festival-Jury an, die die beste Inszenierung des Theatertreffens küren wird. Weitere Mitglieder der Jury sind die Dramatikerin Henriette Dushe, deren Stück „In einem dichten Birkenwald, Nebel" 2014 mit dem Christian-Dietrich-Grabbe-Preis ausgezeichnet wurde, Schauspieler Markus Hottgenroth, seit 1998 Ensemblemitglied am Landestheater Detmold, sowie der Journalist und Autor Stefan Keim, der sich schwerpunktmäßig kulturellen Themen widmet.

Eröffnet wird das Theatertreffen am heutigen Freitag um 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) im Landestheater. Nach begrüßenden Worten von Intendant Kay Metzger werden NRW-Kulturministerin Christina Kampmann und Landrat Dr. Axel Lehmann das Festival mit einem Grußwort würdigen.

Danach verweist der renommierte Theater- und Romanautor John von Düffel, dessen „Odyssee" in der kommenden Spielzeit in Detmold uraufgeführt wird, in seiner Eröffnungsrede mit poetisch-intellektuellen Assoziationen auf das Festival-Motto „Begegnungen". Es schließt sich an die Premiere der Familiensaga „Am Strand der weiten Welt" in einer Inszenierung des Detmolder Schauspieldirektors Martin Pfaff.

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