Autor Gerald Hagemann legt wieder einen historischen Krimi vor

Barbara Luetgebrune

  • 0
Symbole der Freimaurerei: Winkelmaß und Zirkel, Totenkopf und Kerze begleiten Autor Gerald hagemann und seinen Inspektor Swanson bei dessen jüngsten Fall. - © Bernhard Preuss
Symbole der Freimaurerei: Winkelmaß und Zirkel, Totenkopf und Kerze begleiten Autor Gerald hagemann und seinen Inspektor Swanson bei dessen jüngsten Fall. (© Bernhard Preuss)

Lemgo. In seinem Keller hat er lauter gruselige Artefakte zu einer stetig wachsenden Dauerausstellung zusammengetragen. Und auch in seinem neuen Krimi geht’s um ein Museum der unheimlichen Sorte: Autor Robert C. Marley – hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der Lemgoer Gerald Hagemann – schickt seinen Inspector Swanson in dessen viertem Fall ins Schwarze Museum von Scotland Yard.

Aus dieser Sammlung von Mordwerkzeugen verschwindet ein Ausstellungsstück. Wenig später wird die Leiche eines Freimaurers in einem Schlafwagen gefunden. Chief Inspector Donald Swanson, selbst Freimaurer, muss in den Reihen seiner Logenbrüder ermitteln. Als jedoch am Tatort eines weiteren Verbrechens Fingerabdrücke gefunden werden, wendet sich das Blatt ...

Einmal mehr hat der Autor das Geschehen im London ausgangs des 19. Jahrhunderts angesiedelt und seinen detailreichen, kundigen Schilderungen ist anzumerken, dass Gerald Hagemann ein Kenner speziell der britischen Kriminalhistorie ist. Und auch seinen Protagonisten kennt er gut: Inspector Swanson hat seinerzeit tatsächlich im London der 1890er Jahre gelebt und ermittelt.

In so einer Angelegenheit verlässt sich ein erfahrener True-Crime-Autor natürlich längst nicht nur auf schriftliche Überlieferungen: „Ich habe guten Kontakt zu Donald Swansons Biographen, aber vor allem auch zu seinem Urenkel Nevill Swanson. Wenn wir in England Urlaub machen, besuchen wir ihn oft", erzählt Gerald Hagemann. „Ich finde es gut, dass ich ziemlich viel über ihn weiß."

Gründlich recherchieren und genau wissen, was er schreibt: Das ist dem Lemgoer wichtig. Und das gilt auch mit Blick auf das zentrale Motiv seines jüngsten Krimis: die Freimaurerei. „Für das Thema interessiere ich mich schon seit vielen Jahren und habe so ziemlich alles gelesen, was es darüber gibt. Und seit zwei Jahren bin ich selbst Freimaurer", sagt Gerald Hagemann.

Was er von jeher spannend gefunden habe, sei die Tatsache, dass die Freimaurer so falsch verstanden würden. „Das sind Menschen, die an sich selbst arbeiten und menschlicher werden wollen. Wegen der geheimen Rituale, auch der Geheimschrift, die ja schon zu Swansons Zeiten längst nicht mehr geheim war, werden ihnen aber allerhand Vorurteile angedichtet."

Jungfrauenopfer. Kinderhandel. Solche Vorwürfe mögen abstrus klingen, seien aber nach wie vor gängig, berichtet Gerald Hagemann. Genau so, wie sie es schon zu Lebzeiten von Donald Swanson gewesen seien.

Und auch im Buch wird der Ermittler damit konfrontiert. Gerald Hagemann und sein schriftstellerisches Alter Ego Robert C. Marley stricken aus Vorurteilen, Vorwürfen, Verbrechen und viel viktorianischem Zeitkolorit einen spannenden Krimi.

Robert C. Marley, „Inspector Swanson und das Schwarze Museum", Dryas, 264 Seiten;10,50 Euro.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!