Fantastisches Finale der Detmolder Sommerbühne

André Gallisch

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Volles Haus Open Air: Trotz Regens lockte die Sebastian Müller Band mit Sänger Simon Herten (Mitte) das Detmolder Publikum in Scharen auf den Marktplatz vor die Sommerbühne. - © André Gallisch
Volles Haus Open Air: Trotz Regens lockte die Sebastian Müller Band mit Sänger Simon Herten (Mitte) das Detmolder Publikum in Scharen auf den Marktplatz vor die Sommerbühne. (© André Gallisch)

Detmold. Warum erst jetzt? Das mochte man angesichts der strahlenden Sonne am Sonntagmorgen unweigerlich denken. Denn dem zweiten Wochenende der 29. Detmolder Sommerbühne war alles andere als sommerliches Wetter beschert. Trotzdem lockten die vier Bands Freitag und Samstag einige Hundert Fans auf den Marktplatz. Denn auch im Regen kann getanzt und gefeiert werden.

Mit der Sebastian Müller Band hatte das Kulturteam der Stadt Detmold der Sommerbühne genau den richtigen finalen Act verpasst. Das 15-köpfige Ensemble hatte das richtige Feuer für einen solchen Abend mitgebracht. Und komisch ist der Bandleader auch noch. „Wenn sie nass geworden sind, wir haben jede Menge trockenen Humor dabei", begrüßte Sebastian Müller das Publikum im Regen.

Und während sich seine Musiker im Hintergrund in einen regelrechten Rausch spielten, übertrug das geballte, vierköpfige Gesangspaket vorn diesen auch kraftvoll auf die Menschen vor der Bühne: Karin Peters, Clara Fabian und Anna Borsdorf rissen im Zusammenklang mit dem genialen Simon Herten ihr Publikum einfach mit.

Dabei wirkte der Rhythmus des Quartetts, das seinem Sound auch mit spielerischer Choreografie zusätzlich Ausdruck verlieh, so ansteckend, dass man unweigerlich mittanzen musste.

Soul Lady: Nubiya Brandon ist am Freitag auf dem Marktplatz für Nubiyan Twist aufgetreten. - © André Gallisch
Soul Lady: Nubiya Brandon ist am Freitag auf dem Marktplatz für Nubiyan Twist aufgetreten. (© André Gallisch)

Mit einem wundervollen Solo, das Sebastian Müller ihr auf die Stimmbänder arrangiert zu haben schien, sorgte Clara Fabian mit dem Alexandra-Hit „Es war einmal ein Fischer" aus dem Jahre 1972 für echtes Gänsehaut-Feeling. Das hatten Fritz Krisse’s New Spaces auf ganz andere musikalische Weise zuvor auch schon bei ihren Fans ausgelöst.

Etwas überrascht schien die Detmolder Kontrabass-Ikone davon, dass trotz der widrigen Bedingungen auch jetzt schon zwischen 300 und 400 Zuhörer den Marktplatz bevölkerten. Vom energiegeladenen „High Pressure" über die in den finnischen Weiten entstandenen „Soumi Vibes" bis zur „Tuesday Samba" legten Krisse, Pianist Olli Poppe und Schlagzeuger Ralf Jackowski einen Klangteppich in dem Natalie Hausmann das Publikum förmlich um ihr Sax wickeln konnte.

Der Freitagabend hatte zunächst mit einem Dämpfer begonnen. Opener „MaMaAFR!KA" steckte im Stau und konnte den Marktplatz nicht rechtzeitig erreichen. Die Briten von Nubiyan Twist legten darum als Haupt-Act des Abends etwas früher los. Schnell hatten sie ihr Publikum – im teilweise strömenden Regen hatten sich auch gut 300 Menschen eingefunden – mit ihrem Mix von Jazz bis Dancemusic im Griff und in Bewegung versetzt.

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Vielleicht spielten ihnen hier die nicht gerade sommerlichen Temperaturen in die Karten. Schöne Geste im Anschluss. Die mittlerweile eingetroffenen Italiener von „MaMaAFR!KA" durften sich, in Absprache mit der Kulturband und Zustimmung von Nubiyan Twist, anschließend an den Topact doch noch kurz präsentieren.

Ein schöner Moment für die quirligen Musiker sowie für das Publikum. Trotz des nicht idealen Wetters am zweiten Wochenende zeigte sich Reinhold Seeg vom Kulturteam mit der 29. Auflage der Sommerbühne zufrieden.

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