„Fliegende Holländer“ eröffnet neue Spielzeit im Landestheater

Luetgebrune

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„Der fliegende Holländer": Susanne Serfling als Senta und Mitglieder des Chores in einer Spielszene. Im Hintergrund: Derrick Ballard in der Rolle des „Holländers". ? - © Foto: Landestheater/Kerstin Schomburg
„Der fliegende Holländer": Susanne Serfling als Senta und Mitglieder des Chores in einer Spielszene. Im Hintergrund: Derrick Ballard in der Rolle des „Holländers". ? (© Foto: Landestheater/Kerstin Schomburg)

Detmold. Eine Schauer-Ballade, ein packender Mythos und die Musik Richard Wagners, die schon in all jenen Facetten leuchtet, die seine späteren Werke auszeichnen soll: Mit dem „Fliegenden Holländer" eröffnet das Detmolder Landestheater die neue Spielzeit. Die Premiere beginnt am Freitag, 8. September, um 19.30 Uhr im großen Haus.

Wo immer das gespenstische Schiff mit seinen blutroten Segeln auftaucht, verheißt es Angst und Schrecken. Der Herr über dieses Schiff, der fliegende Holländer, ist zu ewiger Fahrt auf den Weltmeeren verdammt. „Die Legende erzählt, dass die Treue einer liebenden Frau diesen Bann brechen kann.

Kapitänstochter Senta erkennt in sich jene Erlöserin. Sie erhofft sich zugleich, die Enge der dörflichen Gemeinschaft hinter sich lassen zu können", stellt das Landestheater der Produktion voran. Doch die Errettung des Verdammten wäre für sie mit dem Opfertod verbunden. Erlösung durch Liebe im Tod: Dieses später von Wagner oft verwendete Motiv interessiert auch Regisseur Kay Metzger.

„Da ist einerseits das berühmte Bild vom ,Holländer‘, in das sich Senta versteigt. Und das ist der ,Holländer‘ mit seiner Projektion auf eine Frau – N.N., er hat ja schon einige durch –, die zu diesem Opfer bereit ist", sagt Metzger. „Psychologisch interessant ist, dass es keinem von beiden um die Liebe geht. Die Befriedigung eigener Bedürfnisse, die Erlösung steht im Zentrum. Und genau das macht den Stoff zeitlos spannend."

Das Versteigen in das Bild eines Helden übersetzt das Regie-Team mit dem Vergöttern von Filmhelden – entsprechend hat Petra Mollérus die Handlung in ein Kino-Foyer verlegt. „Keine moderne Architektur. Das Kino steht da schon eine ganze Weile", sagt die Ausstatterin. Im Foyer hängt besagtes Bild des „Holländers", in das Senta sich verguckt. „Und auch bei ihr weiß man nicht ganz genau, wie lange sie schon dort sitzt und träumt", so Petra Mollérus. Die Kostüme hat sie nach heutiger Mode gestaltet, dem cool gewandeten „Holländer", stehe allerdings eine eher bieder gekleidete Senta gegenüber.

„Die Wagnersche Kunst der feinen psychologischen Gestaltung von Figuren sowie der Instrumentation ist schon voll da", sagt der musikalische Leiter, Generalmusikdirektor Lutz Rademacher, und nennt als Beispiel den Einsatz der Posaunen, die immer wieder gespenstische Stimmungen erzeugen. Auch für den Chor gebe es tolle, populäre Nummern, sei es der „Spinnerin-nenchor" oder der „Steuer-mannchor". Zum letzten Mal hat der scheidende Chordirektor Marbod Kaiser den Chor auf diese Aufgabe vorbereitet. Er wird nach der Premiere feierlich verabschiedet.

Das Regie-Team hat sich für die Variante mit dem „Erlösungsschluss" entschieden – das sei aus Inszenierungssicht dankbar, „wenngleich wir ihn nicht 1:1 bedienen", sagt Metzger.

Als „Holländer" ist Derrick Ballard zu erleben, in der Rolle der Senta gibt es ein Wiedersehen mit Susanne Serfling. Als Daland ist Christoph Stephinger zu hören, die Rolle des Erik teilen sich Ewandro Stenzowski und Stephen Chambers. Die Mary singt Lotte Kortenhaus.

Information
Öffentliche Probe und Matinee

Eine öffentliche Bühnenorchesterprobe zum „Fliegenden Holländer" findet am Freitag, 1. September, von 18 bis zirka 19.30 Uhr im Landestheater statt. Die Einführungsmatinee ist am Sonntag, 3. September, ab 11.30 Uhr im Kreishaus an der Felix-Fechenbach-Straße 5. Die nächsten Vorstellungstermine nach der Premiere sind am 10., 13. und 29. September, am 8. Oktober und am 18. November im Landestheater. Sonntagsvorstellungen beginnen um 18 Uhr, alle anderen um 19.30 Uhr. Tickets gibt’s unter Tel. (05231) 974803.

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