Grabbe-Regisseur Bernard Sobel zu Gast

Barbara Luetgebrune

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Bernard Sobel (rechts) und Prof. Dr. Lothar Ehrlich, Vize-Präsident der Grabbe-Gesellschaft. - © Barbara Luetgebrune
Bernard Sobel (rechts) und Prof. Dr. Lothar Ehrlich, Vize-Präsident der Grabbe-Gesellschaft. (© Barbara Luetgebrune)

Detmold. Ein wahr gewordener Traum und „absoluter Höhepunkt" des aktuellen Grabbe-Wochenendes: Das ist für Prof. Dr. Lothar Ehrlich, Vize-Präsident der Detmolder Grabbe-Gesellschaft, der Besuch von Bernard Sobel aus Paris.

Der 81-jährige Regisseur und Übersetzer, der europäische Theatergeschichte geschrieben hat und dafür unter anderem mit der Goethe-Medaille des Goethe-Instituts ausgezeichnet wurde, nimmt am Samstag, 16. September, an einer Podiumsdiskussion in Detmold teil.

„Gothland in Detmold und Paris": Unter diesem Motto wird Sobel ab 17 Uhr im Grabbe-Haus, Bruchstraße 27, unter anderem mit dem Dramaturgen Jürgen Popig aus Heidelberg, mit Lothar Ehrlich sowie mit Dr. Peter Schütze, dem Präsidenten der Grabbe-Gesellschaft, diskutieren. Denn Bernard Sobel ist ein so erfahrener wie überzeugter Grabbe-Regisseur. Nach „Napoleon oder die hundert Tage" 1996 und „Hannibal" 2013 hat er im vergangenen Jahr den „Gothland" in Paris auf die Bühne gebracht und 25 Vorstellungen damit gegeben.

Dass so wenige große deutsche Schauspielhäuser und Regisseure Grabbe inszenieren, stößt bei ihm auf Unverständnis.

Grabbe ist für ihn ein Kämpfer für die Würde des Menschen und für die Menschlichkeit. Er sei sehr sensibel gewesen für die Probleme der Gesellschaft, in der er lebte. „Er war zerrissen zwischen der Wut auf die Gegebenheiten, die nicht gut waren, und der Liebe zu seinem Land, seinen Zeitgenossen und der Gattung Mensch", sagt Bernard Sobel. „Grabbe ist eine lebendige Wunde. Er ist in der Lage, uns in seinen Stücken die Wunde in uns selbst spüren zu lassen, die wir verstecken."

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