„hfmBRASS“ eröffnet die Konzertsaison an der Hochschule für Musik

Thomas Krügler

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Heldenhafte Klänge: Am Keyboard spielt Jonas Harksen als James Bond. Das Blechbläserensemble „hfmBRASS" begleitet unter Leitung von Prof. Norbert Stertz den Bond-Titelsong „Skyfall", den Gabriela Koch bezaubernd interpretiert (von links). - © Thomas Krügler
Heldenhafte Klänge: Am Keyboard spielt Jonas Harksen als James Bond. Das Blechbläserensemble „hfmBRASS" begleitet unter Leitung von Prof. Norbert Stertz den Bond-Titelsong „Skyfall", den Gabriela Koch bezaubernd interpretiert (von links). (© Thomas Krügler)

Detmold. Mit hohem Unterhaltungswert und einem 
großen Spektakel ist die Hochschule für Musik Detmold in die Konzertsaison gestartet. Unter Leitung von Prof. Norbert Stertz zeigte die Formation „hfmBRASS" Ensemblearbeit auf höchstem Niveau.

Die Uraufführung „Arminius der Barbar" von Ádam Dávid Gál eröffnete den Abend mit archaischen Blechbläserklängen, die die Varusschlacht pathetisch vertonte und das Hermannsdenkmal ins Bild setzte. „Und wir sind Deutsche geblieben", „O Hermann, dir verdanken wir das!" wurde aus Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen" zitiert. Die Gefahr jeglicher Deutschtümelei, wie sie in populistischen Parteien Hochkonjunktur hat, wurde ironisch gebrochen durch den Text von Heine und die Musik, die sich pathetisch überzeichnet steigert und am Ende die harmonische Notbremse zieht.

Das Motto „Heroes" bot Gelegenheit, Helden aus Oper und Film zu verbinden. Vier Monitore, entsprechende Beleuchtung und das Auftreten eines jugendlichen Helden nahmen die Gäste des ausverkauften Konzerthauses auch visuell mit auf eine multimediale Reise in die Welt der großen Opern- und Kinohelden. Tom Kentner am Set Design und Regisseur Thomas Mittmann schufen ein Gesamtkunstwerk, das auch fürs Auge Entertainment bot. Aus filmrechtlichen Gründen durften keine Originalfilme eingespielt werden. Filmsequenzen der Lippischen Heimat kamen zur Wirkung. Neben dem Hermannsdenkmal und Teutoburger Wald gab es beim „Fliegenden Holländer" Papierschiffchen im Schlossteich zu sehen. Nebulöse Videosequenzen vom Gralskelch oder Ring traten an die Stelle, im zweiten Teil holte die Dramatik auf und die James-Bond-Sequenz wurde ein Highlight. Gabriela Koch fesselte die Hörer mit ihrer bezaubernden Stimme beim Titel „Skyfall".

Der jugendliche Held Jonas Harksen (22) avancierte schnell zum Publikumsliebling. Wandlungsfähig verkörperte er jede Heldenrolle, rezitierte ausdrucksstark Texte von Brecht bis Heine und überzeugte gestisch wie schauspielerisch. Er schuf gelungene Überleitungen mit ironischen Gags und einigen Lachern. Bei „Spiel mir das Lied vom Tod" spielte er so überzeugend Mundharmonika, dass man Bluesharp als neuen Studiengang der Hochschule vermutete. Als er plötzlich absetzte und das Playback weiterspielte, lachte jeder über den Fake.

Das Blechbläserensemble überzeugte bestens intoniert im sinfonischen Zusammenspiel besonders bei Ausschnitten von Wagners „Parsifal" oder „Ring der Nibelungen". Hohe Trompetenklänge brillierten mit Glanz. Fünf Schlagzeuger sorgten für große Dynamik. Die ergreifende Hymne des Films „Der Soldat James Ryan" bereicherten die Musiker durch choralhaften Gesang. Das begeisterte Publikum gab viel Applaus.

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