Theater-Finanzierung: Landrat sieht Land in der Pflicht

Yvonne Glandien

  • 0
Das Land NRW soll sich künftig stärker an der Finanzierung des Landestheaters in Detmold beteiligen. - © Vera Gerstendorf-Welle
Das Land NRW soll sich künftig stärker an der Finanzierung des Landestheaters in Detmold beteiligen. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. Landestheater in Detmold ist das größte in NRW. Und es ist auf Sparkurs. Die sieben Gesellschafter, die das Theater neben dem Land NRW finanzieren, hatten im Sommer angekündigt, keine Defizite mehr ausgleichen zu wollen. Nun wurde ein Finanzierungskonzept erarbeitet, dass eine stärkere Kostenbeteiligung des Landes vorsieht. Über das Konzept soll im Kreistag am Montag, 16. Oktober, abgestimmt werden.

„Das Landestheater Detmold gehört zu unseren kulturellen Aushängeschildern. Damit das so bleibt, ist es notwendig, dem Theater Planungssicherheit zu geben, was wir als Gesellschafter hiermit tun. Aber ohne einen stärkeren Einsatz des Landes wird es zukünftig nicht gehen, deshalb habe ich Ministerin Pfeiffer-Poensgen kontaktiert.", wird Landrat Dr. Axel Lehmann in einer Pressemitteilung zitiert. Lehmann ist der Aufsichtsratsvorsitzende des Landestheaters. Als solches sei es seine Pflicht, der Landesregierung zu verdeutlichen, dass es ohne einen verlässlich dynamisierten Förderbeitrag des Landes nicht mehr gehen wird. Der geplante Anstieg im Landeskulturetat von 200 auf 300 Millionen Euro solle auch der lippischen Kulturlandschaft zu Gute kommen.

"Seit der Spielzeit von 2006/07 bis zur kommenden Spielzeit wuchsen die Gesellschafterbeiträge von 4,02 Millionen Euro auf 7,64 Millionen Euro, was einem Wachstum von 90 Prozent entspricht", heißt es weiter. Der Landeszuschuss erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 7,76 Millionen Euro auf 9,26 Millionen Euro, was dem gegenüber eine Steigerung von nur 16 Prozent entspreche. Die Lücke, die sich hierbei in der Finanzierung auftat, wurde bislang überwiegend durch die Gesellschafter geschlossen. Der Landeszuschuss hat mit diesem Wachstum nicht mitgehalten, sondern ist in den letzten vier Spielzeiten zweimal gesenkt worden (-0,26 Prozent in 2013/14 und 0,43 Prozent in 2015/16).

Seit der Gründung der Landestheater Detmold GmbH im Jahr 2006 hat sich die Schere zwischen dem finanziellen Aufwand und dem Landeszuschuss kontinuierlich immer weiter geöffnet. Auch dies wurde in der Zwischenzeit durch die Gesellschafter finanziell aufgefangen, die sich auch zukünftig ihrer Verantwortung stellen und ab der Spielzeit 2019/2020 eine jährliche Erhöhung der Gesellschafterbeiträge um 1,5 Prozent vornehmen werden.

Für die mittelfristige Finanzierungsplanung des Theaters wünscht sich Axel Lehmann eine jährliche Steigerung der Landesförderung von 2 Prozent. Das Landestheater hat in der Vergangenheit bereits Einsparungen vorgenommen und wird laut mittelfristiger Finanzplanung künftig 350.000 Euro jährlich einsparen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!