"Soul Kitchen" von Fatih Akin feiert im Landestheater Premiere

Alina Hetland

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Hat alle Hände voll zu tun: Adrian Thomser (Zinos) in seiner 
„Soulkitchen". - © Landestheater Detmold/Jochen Quast
Hat alle Hände voll zu tun: Adrian Thomser (Zinos) in seiner 
„Soulkitchen". (© Landestheater Detmold/Jochen Quast)

Detmold. Die Frage nach Heimat und was den Begriff definiert, stellt sich aktuell vielleicht stärker denn je. Darum geht es in „Soul Kitchen": um den Verlust von Refugien. Die Bühnenversion des erfolgreichen Films von Fatih Akin wird ab Freitag, 3. November, im Landestheater präsentiert.

Die Gelegenheit zum Stammtischthema zu werden, bleibt dem Mythos „Kneipensterben" aufgrund seines Wahrheitsgehalt wohl vorbehalten: Die gemütlichen Treffpunkte weichen „drive-in" und „to-go", und so hat es auch der Betreiber der „Soul Kitchen" im gleichnamigen Stück alles andere als leicht, seine kulinarisch eher bodenständige Restauration über Wasser zu halten. Bürokraten, Amtsvertreter und private Probleme machen es dem Deutsch-Griechen Zino dabei nicht einfacher.

Information
Die Premiere beginnt am Freitag, 3. November, um 19.30 Uhr. Die Aufführung dauert zwei Stunden.

Eine Reihe glücklicher Zufälle und Begegnungen verhilft dem improvisierten Pommes-Tempel jedoch dazu, unverhofft zum florierenden Treffpunkt Andersdenkender und Individualisten zu werden – verbunden durch die Liebe zur Musik. Die Sehnsucht danach, ein „Ort zu sein", scheint erfüllt. Doch wie könnte es anders sein? Das Refugium wird bedroht, und eine rasante Komödie über Gutmenschen und Überlebenskünstler nimmt Fahrt auf.

Was aber unterschiedet nun das Theaterstück vom Film, warum diese Neuinterpretation? „Der Hauptspielort selbst gibt den Mehrwert", erklärt Bühnenbildnerin Petra Mollérus. „Eine Bühne hat die gleiche Art von Seele wie Zinos Kneipe: Jeder Gegenstand hat eine Geschichte, ist nicht designt, sondern durch individuellen Gestaltungswillen entstanden, darauf haben wir aufgebaut." Dabei nutzt das Team die Gegebenheiten des Detmolder Theaters voll aus.

Zuschauerräume, Vorbühne – alles wird bespielt und einbezogen, kündigt das Team um Regisseurin Sarah Kohrs an. Besonders wichtig seien ihnen die Biografien der einzelnen Figuren gewesen, Kostüme mit hohem Wiedererkennungswert machten sie fassbar, Geschichten voller Auf und Ab kreierten Mini-Universen, kurios wie das Leben.

Weiterer zentraler Aspekt ist die Musik: Schlagzeug Kontrabass und Gitarre fungieren sozusagen als zusätzlicher Erzähler und interpretieren die Situationen der Figuren über die Handlung hinaus. Die musikalische Richtung ist so rau wie der Umgangston in Zinos Kneipe; hart, aber herzlich – von Country bis Folk.

Weitere Termine

Zu sehen ist das Stück ferner am Dienstag, 11. November, Donnerstag, 16. November, Sonntag, 26. November, Freitag, 14. Dezember, Mittwoch, 27. Dezember, Donnerstag, 11. Januar, Mittwoch, 24. Januar, Samstag, 27. Januar, Freitag, 9. März. Karten-Tel. (05231) 974803.

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