Spielzeitheft vom Landestheater: Eine Visitenkarte auf 174 Seiten

Barbara Luetgebrune

  • 0
Ziehen ein volles Programm auf: Intendant Georg Heckel (Dritter von links) mit seinem neuen Team, bestehend aus (von links) Maila von Haussen (Presse), Generalmusikdirektor Lutz Rademacher, Verwaltungsdirektor Stefan Dörr, Konstanze Kappenstein und Jenni Schnarr (Junges Theater), Schauspieldirektor Jan Steinbach, Schauspiel-Dramaturgin Lea Redlich, Nicole Tharau (Leitung Öffentlichkeitsarbeit), Musiktheater-Dramaturgin Elisabeth Wirtz, Ballettdirektor Richard Lowe und Ausstattungsleiterin Nora Johanna Gromer. - © Bernhard Preuss
Ziehen ein volles Programm auf: Intendant Georg Heckel (Dritter von links) mit seinem neuen Team, bestehend aus (von links) Maila von Haussen (Presse), Generalmusikdirektor Lutz Rademacher, Verwaltungsdirektor Stefan Dörr, Konstanze Kappenstein und Jenni Schnarr (Junges Theater), Schauspieldirektor Jan Steinbach, Schauspiel-Dramaturgin Lea Redlich, Nicole Tharau (Leitung Öffentlichkeitsarbeit), Musiktheater-Dramaturgin Elisabeth Wirtz, Ballettdirektor Richard Lowe und Ausstattungsleiterin Nora Johanna Gromer. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Das Cover ist komplett weiß – bis auf das neue Logo, das den Schriftzug „Landestheater Detmold" mit einer Grafik des Haupthauses und der Lippischen Rose verbindet: Zurückhaltend gibt sich das Spielzeitheft für die Saison 2018/19, das das Team um den neuen Intendanten Georg Heckel soeben vorgestellt hat. Eine Visitenkarte auf 174 Seiten.

Innen bietet das Heft neben Programm und Abo-Infos großformatige Fotos alter und neuer Ensemblemitglieder sowie Detmolder Stadtansichten in Details jenseits der bekannten Impressionen. Hier sieht Heckel eine Parallele zum Theater: „Oft scheinen einem die Dinge vertraut. Ein Theaterabend hilft dabei, die eigene Sichtweise zu verändern."

Dieses Angebot wollen er und sein Team den lippischen Bühnen-Fans in insgesamt 22 Premieren, acht Wiederaufnahmen und 14 Konzerten machen. Dazu gibt es begleitende Veranstaltungen sowie ein umfangreiches theaterpädagogisches Angebot. Dabei präsentiert sich das Programm mit einem Schwerpunkt auf (modernen) Klassikern, versetzt mit ein paar Abstechern ins zeitgenössische Repertoire.

Das Musiktheater eröffnet die Spielzeit am 7. September mit Charles Gounods Oper „Faust" (Margarethe). Damit feiert das Theater den 200. Geburtstag des Komponisten. Am Pult steht Generalmusikdirektor Lutz Rademacher, mit dem Entwurf der Kostüme präsentiert sich die neue Ausstattungsleiterin Nora Johanna Gromer erstmals in Detmold. Außerdem auf dem Musiktheater-Spielplan: die Komödie „Martha oder Der Markt zu Richmond" von Friedrich von Flotow sowie Giuseppe Verdis Musikdrama „Luisa Miller". Als Operettenposition steht Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda" auf dem Plan, für Musical-Fans hält das Theater „The Addams Family" parat.

In seiner letzten Spielzeit vor dem Ruhestand ist Ballettdirektor Richard Lowe mit zwei Produktionen im großen Haus vertreten. Im Herbst kommt Tschaikowskis „Nussknacker" als Familien-Ballett auf die Bühne, im Frühjahr folgt das Tanztheater „Richard 3.0", eine dreiteilige Choreografie – „zu Stücken, die ich schon immer machen wollte", sagt Lowe. Musik von Piazzolla und Ravels „Bolero" zum Beispiel.

Der neue Schauspieldirektor Jan Steinbach startet am 21. September mit der Inszenierung von Shakespeares „Der Sturm" in die Saison, einem Werk über das Aufeinandertreffen der Welten und Utopien. „Das Thema Auseinandersetzung mit dem unbekannten Anderen zieht sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit", kündigt Steinbach an. Das geschieht im großen Haus etwa mit einer Theaterreise nach Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt", mit Max Frischs Parabel über Vorurteile und

Meinungsmache gegen das Anderssein, „Andorra", und dem Schauspiel „Gute Nachbarn" von Will Eno als deutsche Erstaufführung. Für „Sonny Boys", Neil Simons bissige Boulevard-Komödie, hat das Theater als renommierten Gast den Film- und TV-Schauspieler Heinrich Schafmeister verpflichtet.

Im Grabbe-Haus laufen unter anderem die Komödie „Falscher Hase", Kleists „Michael Kohlhaas" und das Schauspiel „Atmen". Neumann stellt zudem in szenischen Miniaturen Menschen vor, denen das „Fundament" durch einen Terroranschlag abhanden kommt. Von der Freundschaft zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf erzählt im Hoftheater „Spatz und Engel", ein Stück mit Musik.

Als Weihnachtsmärchen ist „Der Gestiefelte Kater" zu sehen. Für das Junge Theater planen die neuen Leiterinnen Konstanze Kappenstein und Jenni Schnarr Stücke für verschiedene Altersgruppen: „Käpten Knitterbart", „Hodder, der Nachtschwärmer" und „Anne Frank". Die theaterpädagogische Arbeit in Form der Clubs geht weiter, zudem laden die Leiterinnen alle ab 16 Jahren ins Theaterlabor ein.

„Es wird ein Jahr der Neugierde, des Kennenlernens und des Zusammenwachsens werden", sagt Heckel. Daher startet die Saison mit einem Theaterfest am 1. September, das Raum für Begegnungen bietet.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2018
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!