Marek Bieganik gibt in der Lemgoer Bildmacher-Galerie Einblick in sein Schaffen

Vom Naturalismus zur Abstraktion

Andreas Schwabe

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Vor seiner "Boot"-Serie: Marek Bieganik in der Bildermacher-Galerie in Lemgo, wo der Maler derzeit einen Querschnitt aus seinem Werk zeigt. - © Schwabe
Vor seiner "Boot"-Serie: Marek Bieganik in der Bildermacher-Galerie in Lemgo, wo der Maler derzeit einen Querschnitt aus seinem Werk zeigt. (© Schwabe)

Lemgo. Wer erleben möchte, worum es in der Malerei überhaupt geht und wieso sie deshalb den Weg von der Abbildung zur Abstraktion gehen muss, der hat dazu jetzt in Lemgo eine große Gelegenheit. Dort stellt Marek Bieganik aus.

Der in Polen geschulte Maler, der inzwischen in Bielefeld lebt und einen Querschnitt aus seinem umfangreichen Werk derzeit in der Bildmacher-Galerie zeigt, geht diesen Weg ohne Absicht ebenso künstlerisch brillant wie didaktisch gekonnt. In der Galerie an der Haferstraße kann jeder Interessierte seinen Weg von der gegenständlichen Malerei zur Abstraktion in vielen kleinen, aber auch großen Formaten verfolgen.

Bieganik findet diesen Weg, weil er wie nur wenige Künstler eine ausgewogen hohe Begabung sowohl in der Linienführung als auch in der Farbgebung hat. Die freie Leichtigkeit seines Strichs entdeckt jeder Besucher sofort in den Charakterskizzen zu verschiedenen Tieren. Wie er seinen Weg weitergeht, kann an seinen Dreierserien zur Taube und zum Raben verfolgt werden. Während diese auf einem Bild noch ganz „naturalistisch“ angedeutet werden, verschwimmen die Formen zugunsten eines „freien Flugs der Farbe“ auf den jeweils anderen beiden Bildern.

Den „sinnlosen“ Wollen der Natur, wie es vielleicht Schopenhauer zu erfassen versuchte, kann man in Bieganiks großformatigen Blumenbildern nachgehen. Wer da jetzt millionenfach wiederholte Sträuße in allen Farben und Formen erwartet, wird zum Glück richtig enttäuscht. Bieganik zeigt Narzissen, aber man muss schon genau hinsehen, um die Blume des göttlichen Trostes (Gott warf sie als Zeichen seiner Treue über die Mauer des Paradieses) in diesem gelben Farbenmeer zu finden. Doch eben diese Anstrengung öffnet das Gefühl für das bloße Wollen.

Diesen Weg geht Bieganik in seinen großformatigen Bildern konsequent weiter. Den „Phönix“ oder gar den „Christus“ in diesen vordergründig rein abstrakt wirkenden Bildern zu erkennen, bedarf schon eines geschulten Auges – und in diesem Fall auch der Titel des jeweiligen Bildes. Aber selbst wenn diese Bezüge nicht erkannt werden, verraten die Bilder in der expressiven Harmonie ihrer Farbgebungen ein geschultes Empfinden für die Kommunikation seiner Farben.

Die Ausstellung ist bis zum 30. August in der Bildmacher-Galerie an der Lemgoer Haferstraße zu sehen.

Öffnungszeiten: freitags von 14.30 bis 18.00 Uhr, samstags von 12.00 bis 16.00 Uhr und sonntags von 14.30 bis 18.00 Uhr.

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