Weserrenaissance-Museum will sich für breitere Besucherschichten öffnen

Landschaftsverband Westfalen-Lippe unterstützt das neue Konzept finanziell und mit fachlicher Beratung

Barbara Luetgebrune

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Im neuen Foyer: Architekt Axel Bley (rechts) erläutert die Konstruktion. Anke Peithmann, Karl Dittmar, Dr. Barbara Rüschhoff-Thale, Dr. Silke Ehlers, Dr. Ulrike Gilhaus, beide LWL-Museumsamt, und Dr. Axel Lehmann (weiter von rechts) verschaffen sich ein Bild von den Arbeiten.⋌ - © Bernhard Preuß
Im neuen Foyer: Architekt Axel Bley (rechts) erläutert die Konstruktion. Anke Peithmann, Karl Dittmar, Dr. Barbara Rüschhoff-Thale, Dr. Silke Ehlers, Dr. Ulrike Gilhaus, beide LWL-Museumsamt, und Dr. Axel Lehmann (weiter von rechts) verschaffen sich ein Bild von den Arbeiten.⋌ (© Bernhard Preuß)

Lemgo-Brake. Das Weserrenaissance-Museum baut an seiner Zukunft. Das Hämmern und Bohren im Südflügel von Schloss Brake ist Voraussetzung dafür, dass sich das Museum auch inhaltlich neu orientieren kann.

Was das bedeutet, formuliert Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann so: „Wir öffnen uns." Im Erdgeschoss soll künftig mehr Raum für Sonderausstellungen und Veranstaltungen sein. „Museen sind nicht mehr nur reine Tempel des Wissens, sie sind ein Ort der Begegnung", sagte Dr. Barbara Rüschhoff-Thale, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Sie überbrachte am Mittwoch den Bewilligungsbescheid über 140.000 Euro, mit dem der LWL die Umgestaltung unterstützt.

Insgesamt schlägt diese mit 1,9 Millionen Euro zu Buche. 1,3 Millionen Euro kommen aus dem Bau- und dem Kulturministerium des Landes NRW, weitere Beiträge gibt es von der Kultur-Stiftung NRW sowie von etlichen privaten Sponsoren. Mehr als 90 Prozent der Gelder stammen aus Drittmitteln.

Der LWL beteiligt sich aber nicht nur finanziell, er unterstützt das neue Konzept auch mit fachlicher Beratung. Die Gesellschaft ändere sich – und somit auch die Bedürfnisse von Museumsbesuchern, sagte Rüschhoff-Thale, die das Weserrenaissance-Museum als „Perle" der Kulturlandschaft würdigte. „Menschen wollen heute keine riesengroßen Dauerausstellungen mehr sehen."

Die Dauerausstellung, die zu einer Zeitreise in die Renaissance einlädt, ist dementsprechend konzentriert worden, sie findet sich künftig im Untergeschoss. So entstehe im Erdgeschoss Raum für Sonderausstellungen und attraktive Events – Ziel ist es, mehr Besucher anzulocken. „Das Museum wird so zur multifunktionalen Bildungs- und Begegnungsstätte", sagt Anke Peithmann. Dafür ist kräftig in die Veranstaltungstechnik investiert worden. Mehr Service für die Besucher sollen das neue Foyer und der erstmals barrierefreie Zugang garantieren.

Wichtige Punkte beim Umbau sind zudem die energetische Sanierung und der Brandschutz. Damit künftig auch der Schlosshof stärker für Veranstaltungen genutzt werden kann, ist ein zweiter Fluchtweg durch die Schlossmauer geschaffen worden. „Das neue Konzept ist zukunftsfähig und wird wichtige Akzente in der Kulturlandschaft setzen", sagte Rüschhoff-Thale.

Die Bedeutung der Förderung von Museen als „kleinen Leuchttürmen" in der Region betonte Karl Dittmar, Vize-Vorsitzender des LWL-Kulturausschusses. Auch Dr. Axel Lehmann ist Mitglied des Ausschusses – er hob jedoch als Landrat hob die Stärkung des Tourismus-Standortes Lippe hervor, zu der das neu gestaltete Weserrenaissance-Museum beitragen werde.

Die Arbeiten liegen bis dato sowohl im Kosten- als auch im Zeitplan. Wiedereröffnet wird das Museum am letzten April-Wochenende mit der Foto-Ausstellung „heimat.nrw" von Horst Wackerbarth sowie 
einem großen Familienfest, kündigt Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes an.

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