Bundesvorstand empfiehlt Schließung

Brandschutzauflagen stellen den Fortbestand der Verdi-Bildungsstätte in Frage

Wolfgang Becker

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Ungewisse Zukunft: Über den Fortbestand des Heinrich-Hansen-Hauses entscheidet in Kürze der Verdi-Gewerkschaftsrat. - © Preuss
Ungewisse Zukunft: Über den Fortbestand des Heinrich-Hansen-Hauses entscheidet in Kürze der Verdi-Gewerkschaftsrat. (© Preuss)

Lage-Hörste. Die Gewerkschaft Verdi ringt um die Zukunft ihrer Bildungsstätte Heinrich-Hansen-Haus. Während für den Vorstand in Berlin die Schließung zum 31. Dezember dieses Jahres unausweichlich ist, will die Basis für den Erhalt kämpfen.

Im Januar war bekannt geworden, dass erhebliche bauliche Mängel im und am Haus bestehen, die den Brandschutz betreffen. Sie waren zu Tage getreten, als Verdi bei der Stadt Lage einen Bauantrag zur Errichtung eines Außentreppenhauses gestellt hatte. Das dazu von einem Berliner Ingenieurbüro im Auftrag von Verdi vorgelegte Brandschutzgutachten listete Missstände bei den Rettungswegen, der Brandmeldeanlage und der Löschwasserversorgung auf, deren Beseitigung an die drei Millionen Euro kostet (die LZ berichtete).

Nachdem Mitarbeiter des Institutes für Bildung, Medien und Kunst im Luftkurort Hörste eine Resolution verfasst hatten, in der sie von Verdi fordern, die Mittel für die Sanierung bereitzustellen, kehrte vorübergehend Ruhe ein. Nun sorgen Mails besorgter Mitarbeiter für Aufregung. Noch sei nichts entschieden, was die Zukunft des Hauses anbetrifft, sagte Christoph Schmitz, Pressesprecher des Verdi-Bundesvorstands in Berlin. Darüber könne nur der Gewerkschaftsrat am 9. und 10. März befinden.

„Wir stehen seit Wochen mit dem Leiter, den Betriebsräten und nicht zuletzt den Beschäftigten in engem Kontakt und informieren sie über die Problemlage,“ sagte Schmitz. Der Verdi-Bundesvorstand empfehle dem Gewerkschaftsrat als oberstes Entscheidungsgremium angesichts der für die Sanierung notwendigen Summe von mindestens drei Millionen Euro die Schließung zum Ende des Jahres. Erneuert werden müssten im Übrigen nicht nur die Brandschutzanlagen, sondern auch asbesthaltige Leitungen. Angesichts der Tatsache, dass rund 15 Kilometer entfernt mit dem Bunten Haus eine weitere Verdi-Bildungsstätte existiere, die ebenfalls nicht ausgelastet sei, sei die Fortführung des Betriebes aus wirtschaftlichen Gründen nicht verantwortbar.

„Wir versuchen mit allen Beteiligten – Stadt, Kreis und Beschäftigten – Alternativen hinzubekommen, um das Haus am Leben zu erhalten“, unterstrich Hermann Janssen, Geschäftsführer des Verdi-Bezirkes Herford/Minden/Lippe. Eine Schließung sei absolut nicht sicher, auch wenn dies Gewerkschaftsgremien für unabdingbar hielten. Nur, wenn Gutachter zu dem Schluss kämen, das Haus müsse aus Sicherheitsgründen geschlossen werden, dann bleibe keine andere Wahl.

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