Gewerkschafter demonstrieren für Erhalt der Verdi-Bildungsstätte

Wolfgang Becker

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Protest vorm Haus: Ulrike Gerhard (links), Mitarbeiterin des Heinrich-Hansen-Hauses, und viele Kollegen und Gewerkschafter pfeifen auf die Schließungspläne. - © Bernhard Preuss
Protest vorm Haus: Ulrike Gerhard (links), Mitarbeiterin des Heinrich-Hansen-Hauses, und viele Kollegen und Gewerkschafter pfeifen auf die Schließungspläne. (© Bernhard Preuss)

Lage-Hörste. Über 200 Gewerkschafter haben sich am Mittwochabend mit Trillerpfeifen, Tröten und „Kampfliedern“ im Luftkurort Gehör verschafft, um ihrem Protest gegen die mögliche Schließung des Heinrich-Hansen-Hauses lautstark Nachdruck zu verleihen. Anschließend machten sie den Verdi-Vorstandsmitgliedern Dina Bösch und Frank Wernecke in Gesprächen deutlich, dass sie für den Erhalt ihrer Bildungsstätte kämpfen wollen.

„Wir werden den Gewerkschaftsrat bei seiner Tagung am 9. und 10. März auffordern, die Entscheidung über eine mögliche Schließung der Bildungsstätte zu vertagen“, sagte Verdi-Kreisvorsitzender Walter Brinkmann. Die Gewerkschaft werde „um jeden Strohhalm kämpfen“. Er glaube, dass man die Brandschutz-Auflagen strecken könne. Wie berichtet sollen die Sanierung der Brandmeldeanlagen, ein Ausbau der Rettungswege und eine neue Löschwasserversorgung über drei Millionen Euro kosten. Außerdem seien Versorgungsleitungen asbesthaltig. Die komplette Beseitigung aller Missstände sei, so der Verdi-Bundesvorstand, rentiere sich nicht für ein nicht ausgelastetes Tagungshaus. „Wir haben den Eindruck, dass unsere Bildungsstätte ganz schnell abgewickelt werden soll, weil keiner bereit ist, das Geld zu bezahlen“, unterstrich Verdi-Bezirksvorsitzende Steffi Karger. Das Heinrich-Hansen-Haus könne aber gerettet werden, die „Mobilmachung“ zeige Früchte. Sie verlas eine Resolution von SPD-Fraktion und -Stadtverband der Stadt Lage, die eindringlich fordern, den Überlegungen zum dauerhaften Erhalt der Einrichtung mehr Zeit einzuräumen. „Das Heinrich Hansen-Haus ist für Lage und die gesamte Region von großer Bedeutung und Sinnbild einer historisch starken Gewerkschaftsbewegung. Es ist eine unverzichtbare Einrichtung, nicht nur für die Mitglieder der Gewerkschaft Verdi, sondern auch für viele andere gesellschaftspolitisch aktive Bürger und nicht zuletzt für seine Mitarbeiter“, heißt es.

Die SPD biete an, mit der Stadtverwaltung und den örtlichen Verdi-Vertretern einen Zeitplan zu erarbeiten, der eine Umsetzung der erforderlichen Brandschutz-Maßnahmen zeitlich streckt. Damit könne die Bereitstellung von Finanzmitteln auf längere Zeit verteilt werden. „Dieses Haus ist Verdi und Verdi, das sind wir“, rief Wolfgang McGregor den Frauen und Männern zu, bevor er zur Melodie von „House of the Rising Sun“ ein Lied zur Rettung der Bildungsstätte sang.

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