Lagenser erfindet mobile Heizung

Cordula Gröne

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Hat an der mobilen Heizung mit getüftelt: Mitarbeiter Matthias Göhre im Container auf dem Anhänger. - © Gröne
Hat an der mobilen Heizung mit getüftelt: Mitarbeiter Matthias Göhre im Container auf dem Anhänger. (© Gröne)

Lage-Ohrsen. Zwei Monate tüftelten Heiko Flagmeier und seine Mitarbeiter, wann immer es ihre Zeit erlaubte - dann war die mobile Heizung fertig. Sie ist in einem Anhänger untergebracht und kann dorthin gefahren werden, wo gerade Wärme dringend benötigt wird. Das ist in der Regel dort, wo gerade die Heizung ausgefallen gegangen ist.

Die Idee dazu hatte Heiko Flagmeier, der einen Heizungs- und Sanitärbetrieb in Ohrsen besitzt, schon längere Zeit in seinem Kopf bewegt, wie er erzählt. Den Ausschlag gab dann im vergangenen Jahr der Heizungsausfall in einem Mehrfamilienhaus in Leopoldshöhe, wo auch kleinere Kinder wohnten. Wo gerade eine Heizung defekt sei, müssten sich Bewohner mit einem kleinen Elektroofen behelfen. Bei sehr kalten Außentemperaturen stoße dieser aber an Grenzen.

Bei der Planung der Anlage mussten beispielsweise Größe und Abmessungen der Geräte ermittelt werden, damit sie in den Anhänger passten. Auch die Gewichte von Heizeinheit, Umwälzpumpe, Behältern und Tankanlage sollten gleichmäßig verteilt werden. "Die größte Schwierigkeit stellte der Transport des Öls dar", erläutert Matthias Göhre. Denn dieses darf normalerweise nicht so einfach transportiert werden. "Wir dürfen mit einem vollen Öltank fahren dank eines speziellen Behälters", freut sich Heiko Flagmeier. Die Firma kann nun 480 oder 880 Liter Öl transportieren und damit sogar ein Acht-Familienhaus beheizen.

Die Heizzentrale ist mit einem energiesparenden Ölbrenner ausgerüstet. Zur Ausstattung gehören ebenfalls ein Gerät zur Heizwassererzeugung, eine Umwälzpumpe, ein Ausdehnungsgefäß und ein Schornstein. Die Wärmeleistung beträgt 90 Kilowatt.

Die mobile Heizung ist aber auch zur Estrichtrocknung im Rohbau oder - versehen mit einem Heißluftgebläse - zur Baustellenbeheizung geeignet. Einmal vor Ort kann sie nach der Abtrennung des defekten Heizungskessels an die Leitungen im Gebäude angeschlossen werden. Dafür muss höchstens eine Öffnung durch die Wand gebohrt werden.

Der Kachtenhausener Unternehmer Heiner Niederschmidt nutzte bereits das Angebot, als er kurzfristig die Heizung in seinem 45 Jahre alten Wohnhaus erneuern musste. "Wir sind froh, dass es so eine Möglichkeit gibt." Auch im Sporthaus des TuS Kachtenhausen kam die Anlage bereits zum Einsatz.

Da das Angebot in der Region selten ist, sieht der Geschäftsführer bereits jetzt, dass eine Nachfrage vorhanden ist. Naturgemäß wird diese in den kühlen Monaten des Jahres größer sein.

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