Treffen der Heinkel-Freunde OWL

Ulrich Lambracht

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Treffen sich zur letzten Ausfahrt, das „Abheinkeln" genannt wird: Rolf Wiercks (auf dem Heinkel Tourist) und die weiteren Heinkel-Freunde OWL vor ihrer Jahresabschlusstour. - © Ulrich Lambracht
Treffen sich zur letzten Ausfahrt, das „Abheinkeln" genannt wird: Rolf Wiercks (auf dem Heinkel Tourist) und die weiteren Heinkel-Freunde OWL vor ihrer Jahresabschlusstour. (© Ulrich Lambracht)

Lage-Ehrentrup. Er gilt als „Mercedes unter den Motorrollern", erfreut sich einer großen Fangemeinde und zieht damals wie heute bewundernde Blicke auf sich: der legendäre Heinkel-Roller. Die Mitglieder der Heinkel-Freunde OWL haben sich am Samstag bei Gitta und Rolf Wiercks an der Breitenheider Straße zum Saisonende, zum sogenannten „Abheinkeln" getroffen.

Günter Berkemeier aus Lage besitzt seinen Heinkel Tourist seit sechs Jahren, ist aber schon in frühester Jugend mit dem Heinkel-Virus infiziert worden. „Meinen ersten Roller habe ich 1958 bei Stegelmann gekauft", erinnert sich Berkemeier. Runde 1900 Mark waren damals dafür fällig. „Selbst verdientes Geld", betont der Lagenser.

Treffen der Heinkel-Freunde OWL

Treffen der Heinkel-Freunde OWL

Seit 1984 ist Ernst Fuchs aus Lage wieder stolzer Besitzer eines Heinkel-Rollers. „Schon 1959 hatte ich einen gefahren", schwelgt auch er in Erinnerungen. Was aber macht den Heinkel-Roller – 203.210 Zweiräder wurden von 1950 bis 1968 gebaut – zu etwas Besonderem? „Es war der erste Vier-Takt-Roller auf dem Markt", erläutert Ernst Fuchs. Das Motorengeräusch ist unverwechselbar, es klingt eher motorradtypisch kernig.

Das älteste Gefährt der Heinkel-Freude OWL besitzt Mechaniker Ernst Schramm aus Billinghausen. Sein Tourist verließ im Jahre 1956 das Werk in Stuttgart. Auch eine Heinkel-Kabine – liebevoll Knutschkugel genannt – bereitet regelmäßig Aufsehen. Stolzer Besitzer ist Andreas Stemberg aus Lage. Gerne präsentieren die Heinkel-Freunde OWL ihre Schätze der Öffentlichkeit. So ernteten Horst Wilberg, Fritz Stukenbrok, Rolf Wiercks und Ernst Fuchs mit Gattin auch auf der „Lagenser Zeitreise" viel Applaus.

„Die Fahrzeuge sind sehr zuverlässig und absolut alltagstauglich", unterstreicht Rolf Wiercks, der fast täglich mit seinem Heinkel Tourist unterwegs ist. Aber er kennt auch die Schwächen des Oldies: Der Motor mit seinen 175 Kubikzentimetern Hubraum leistet schmale 9,5 PS und macht das Anfahren mit dem immerhin 150 Kilo schweren Roller zur Geschicklichkeitsübung.

„Läuft er erst mal, dann liegt er aber wie ein Brett", bestätigen die Heinkel-Freunde. Unter der Regie des Fahrtleiters Detlef Stock ging es am Samstag bei Nieselregen am Donoperteich vorbei und durch die Senne zum Kreuzkrug und über die Gauseköte und Heiligenkirchen zurück zum Ausgangspunkt, wo die Heinkel-Freunde viele Benzingespräche führten und sich einen Imbiss schmecken 
ließen.

Information
Treffen mit Tamme Hanken
Acht Rollerfahrer der Heinkel-Freunde haben im vergangenen Juni mit ihren Oldtimern eine Reise nach Ostfriesland unternommen. Bei dieser Gelegenheit lernten die Zweiradfans aus Ostwestfalen-Lippe auch den vor wenigen Tagen viel zu früh verstorbenen „XXL-Ostfriesen" Tamme Hanken kennen.

Neben den ganzjährigen Stammtischen – jeden letzten Donnerstag im Monat ab 20 Uhr in der Gaststätte „Dreiländereck in der Kriegerheide in Bad Salzuflen-Lockhausen – treffen sich die Heinkel-Freunde OWL im Sommer jeden Mittwoch zu einer Ausfahrt mit Kaffeepause – sofern es das Wetter zulässt.

Mehr über die 
eingefleischten Zweiradfans finden Sie unter http://www.heinkel.info

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