Die "Reiche-Villa" in Lage muss neuem Alten- und Pflegeheim weichen

Der Betreiber für die Einrichtung mit 80 Plätzen steht am 6. Dezember fest

Wolfgang Becker

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Hat den Plan für den Neubau: Portarion-Geschäftsführer Thomas Henke vor der ehemaligen „Reiche-Villa". Nach deren Abriss entsteht an dieser Stelle ein Alten- und Pflegeheim mit 80 Plätzen. - © Wolfgang Becker
Hat den Plan für den Neubau: Portarion-Geschäftsführer Thomas Henke vor der ehemaligen „Reiche-Villa". Nach deren Abriss entsteht an dieser Stelle ein Alten- und Pflegeheim mit 80 Plätzen. (© Wolfgang Becker)

Lage. Büsche, die schon lange nicht mehr geschnitten worden sind, Bäume mit langen Ästen, die direkt bis ans Gebäude reichen und den Zugang versperren – das Grundstück Schötmarsche Straße 37 macht einen verwilderten Eindruck. Doch die Tage der ehemaligen „Reiche-Villa" sind gezählt. Sobald es die Witterung zulässt, sollen an dieser Stelle im nächsten Jahr die Arbeiten für den Bau eines Alten- und Pflegeheims mit 80 Plätzen beginnen. Dann muss auch die Villa weichen.

Nachdem der Bau- und Planungsausschuss in jüngster Sitzung grünes Licht für das rund sieben Millionen Euro teure Projekt gegeben hat, kann der Bauantrag in Kürze auf den Weg gebracht werden, erklärt Thomas Henke, Geschäftsführender Gesellschafter des Projektentwicklers Portarion mit Sitz in Herford.

Wer letztlich aber Betreiber des Alten- und Pflegeheims werden wird, entscheidet sich am 6. Dezember. Dann finde, so Henke, ein Gespräch mit der Heimaufsicht des Kreises Lippe in Detmold statt. „Der Betreiber stellt sein Konzept vor. Anschließend können wir an die Öffentlichkeit gehen und einen Namen nennen", unterstrich der Geschäftsführer.

„Wir projektieren und finanzieren das Ganze und suchen uns immer standortbezogene Betreiber", sagt Henke. Zwar arbeite sein Unternehmen auch viel mit paritätischen Betreibern, doch handele es sich in diesem Fall um einen privaten. Die Standorte würden eng mit den Heimaufsichten abgesprochen. Portarion halte sich aus der Abstimmung ganz heraus. Der Betreiber lege Zimmergröße und Pflegeformat fest. „Pflegeformat heißt, in NRW dürfen wir maximal 80 stationäre Pflegeplätze anbieten." Dies erfolge ausschließlich in Einzelzimmern. Dass der Neubau an einer der meist befahrenen Straßen Lages liege, sei positiv zu beurteilen. Ähnliche Standorte zeigten: Die Heimbewohner freuten sich, wenn in ihrer Umgebung etwas los sei.

Einen großen Bedarf sieht Thomas Henke beim betreuten Wohnen. Sein Unternehmen suche noch Flächen im Kreisgebiet, um Einrichtungen dieser Art zu schaffen. „Wir hätten gerne an unserem neuen Standort an der Schötmarschen Straße noch zusätzlich diese Form mit acht Einheiten angeboten, doch ist dies nicht möglich, weil wir das Grundstück größenmäßig ausreizen." Beim Neubau würden viele Verkehrsflächen geschaffen, beispielsweise eine Art Marktplatz als Ort der Begegnung.

Immer wieder komme die auf dem Grundstück widerrechtlich gefällte Rotbuche aufs Tapet. Henke bezeichnete diesen Auftakt für die Umgestaltung des Areals als unglücklich. Er wolle sich für die Pflanzung eines jungen Baumes als Ersatz einsetzen. „Damit kann man einen Schlussstrich ziehen", so Henke.

Neubau an einer schwierigen Stelle

Die Pläne für den Neubau eines Alten- und Pflegeheims an der Kreuzung Schötmarsche Straße/Friedrich-Petri-Straße sind bei der Mehrheit der Lagenser Politiker auf ein positives Echo gestoßen. Einzig Udo Bonk von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) stimmte gegen dieses Vorhaben.

Er warf der Verwaltung vor, dass sie mit der Teilaufhebung des Bebauungsplanes G 28 „nicht unbedingt rechtlich vertretbare Grundstücksgeschäfte der Vergangenheit legalisieren wollte und jetzt dem Investor alle Wünsche erfüllen möchte". Die FWG verlangt an dieser Stelle Wohnbebauung.

Technischer Beigeordneter Thorsten Paulussen konterte: Die erwähnten Grundstücksverkäufe seien vor 2000 erfolgt und ließen sich nicht mehr rückgängig machen. Zu bedenken sei: Der Bau des Altenheims werde an einer Stelle umgesetzt, die nicht die einfachste für die Stadt sei.

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