1.700 Eichen werden im Stadtwald gepflanzt

Cordula Gröne

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Neue Eichen für den Stadtwald: Matthias Schütze von der Firma Allersmeier pflanzt, während Margarete Wißmann und Revierförster Ulrich Junginger das Projekt und seine Bedeutung erläutern. - © Cordula Gröne
Neue Eichen für den Stadtwald: Matthias Schütze von der Firma Allersmeier pflanzt, während Margarete Wißmann und Revierförster Ulrich Junginger das Projekt und seine Bedeutung erläutern. (© Cordula Gröne)

Lage. Was derzeit noch wie Kahlschlag aussieht, wird einmal ein Eichenwäldchen. Am östlichen Teil des Stadtwaldes haben Pflanzarbeiten begonnen. 1.700 kleine Eichensetzlinge kommen auf der 3.000 Quadratmeter großen Fläche in die Erde.

Von diesen werden in einigen Jahrzehnten vielleicht hundert starke Stämme übrig bleiben. Die enge Pflanzung bewirkt, dass die Bäume zur Sonne hin nach oben wachsen und starke Kronen ausbilden.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt hier Fichten gefällt. "Nach Möglichkeit setzen wir auf die Selbstaussaat der vorhandenen Bäume. Das ist preiswerter, natürlicher und bringt eine große Artenvielfalt", erläuterte Margarete Wißmann von der Stabsstelle Umwelt der Stadt. Allerdings säe sich nach der Fichte kaum eine Eiche auf der gleichen Fläche aus.

Information
Bewirtschaftung des Stadtwalds

Die Stadt gehört der Forstbetriebsgemeinschaft Lage-Oerlinghausen an. Der Zusammenschluss von Grundbesitzern verfolgt den Zweck, die Bewirtschaftung der Waldflächen zu verbessern. Im nur 64 Hektar großen Stadtwald können nach Angaben von Margarete Wißmann jährlich rund 400 Festmeter Holz entnommen werden. Bäume wachsen von allein nach. 2016 ergaben sich Einnahmen von 37.300 Euro und Ausgaben von 17.100 Euro.

Die Stadt investierte also in Jungpflanzen. Die Kosten konnten dank eines Förderantrages der Forstbetriebsgemeinschaft Lage-Oerlinghausen, der die Stadt angehört, um rund 1.000 Euro verringert werden. "Wir müssen den Stadtwald hier um Lage durchforsten", erklärte Ulrich Junginger. Der Revierförster des Forstreviers Lage ist auch für den Stadtwald zuständig. "Die Durchforstungen müssen sein, damit der Wald sich besser natürlich verjüngen kann."

In diesem Winter werden vor allem rund 60 Eschen gefällt, da die meisten unter dem sogenannten Eschentriebsterben leiden - eine Krankheit, die durch eine in Europa aggressive Pilzart, das "falsche weiße Stengelbecherchen", hervorgerufen wird. Der Pilz lässt von außen die Kronen absterben, so dass diese vertrocknen und durch Abfallen eine Gefahr für Waldbesucher darstellen. Das ist vor allem im Bereich der Wilhelmsburg der Fall. Andere Eschen erweisen sich zurzeit noch als resistent.

Begonnen wird die Holzernte in den kommenden Wochen. Nist-, Specht- und Höhlenbäume werden nach Möglichkeit nicht gefällt. Aus guten Stämmen wird Bau- und Möbelholz, das teils nach Korea verkauft wird. Aus den schlechteren werden Paletten. Nach der Ernte müssen die Wege noch instand gesetzt und zeitweise gesperrt werden - damit einem erholsamen Spaziergang durch den städtischen Forst künftig nichts im Wege steht.

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