Lagenser Bauhof ist auf den Winter eingestellt

Ulrich Lambracht

  • 2
Setzen auf modernste Technik: Mitarbeiter Helmut Windt (links) und Bauhofleiter Gerd Hillebrenner präsentieren den mit Feuchtsalzstreutechnik ausgerüsteten MAN-Lastwagen. - © Ulrich Lambracht
Setzen auf modernste Technik: Mitarbeiter Helmut Windt (links) und Bauhofleiter Gerd Hillebrenner präsentieren den mit Feuchtsalzstreutechnik ausgerüsteten MAN-Lastwagen. (© Ulrich Lambracht)

Lage. Die Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Lage sind für den Winterdienst gut gerüstet, verfügen nicht nur über das nötige Fachwissen, sondern auch über modernste Technik, um Eisglätte und Schnee zu bekämpfen. „Wir setzen das Feuchtsalzstreuverfahren ein", erläutert Gerd Hillebrenner, seit 26 Jahren Leiter des Bauhofs.

In die Streugutbehälter der Winterdienstfahrzeuge wird trockenes Salz geladen. An den Außenwänden der Behälter sind Tanks angebracht, in denen die Sole separat transportiert wird. Erst unmittelbar vor der Ausbringung erfolgt die Vermischung von Auftausalz und Sole direkt auf dem Streuteller. „Das Mischungsverhältnis beträgt 70 Prozent Auftausalz und 30 Prozent Sole", so Hillebrenner. „Wir sprechen hier von Feuchtsalzstreuung mit FS 30."

Feuchtsalz ist bis minus 20 Grad wirksam

Das Verfahren spare Kosten und schone die Umwelt, da weniger Salz zum Einsatz komme. Zudem sei trockenes Streusalz nur bis etwa minus fünf Grad Celsius wirksam, Feuchtsalz hingegen bis minus 20 Grad. Außerdem hafte das Feuchtsalz auf der Straße sofort fest an, so dass ein Verwehen durch den Fahrtwind des Verkehrs deutlich reduziert werde. „Das Feuchtsalz bleibt dort, wo es wirken soll, nämlich auf der Fahrbahn und beseitigt dort im Zusammenwirken mit dem darüber hinwegfahrenden Verkehr die Glätte", weiß der Bauhofleiter.

Die Sole stellen die Bauhofmitarbeiter selbst her. In einem großen Bottich umspült Wasser so lange das Salz, bis die für den jeweiligen Temperaturbereich erforderliche Konzentration erreicht ist – Technik vom Feinsten, über die längst nicht alle Städte und Kommunen verfügen.

Neben einem MAN und einem Unimog, beide ausgestattet mit der Feuchtsalztechnik, kommen auch kleinere Traktoren zum Einsatz – ist das „große Besteck" doch zum Räumen von Fuß- und Radwegen ungeeignet.

Der Bereitschaftsdienst ist kein Zuckerschlecken. Die eingeteilten Mitarbeiter der Rufbereitschaft werden bei Bedarf telefonisch benachrichtigt. Hillebrenner: „Die Rufbereitschaft beginnt grundsätzlich freitags um 12.45 Uhr und endet am nächsten Freitag um 6.30 Uhr. Wer eingeteilt ist, der darf sich aus Gründen der Verfügbarkeit nicht weiter als 15 Kilometer von seinem Wohnsitz entfernen. Und das Feierabendbier ist natürlich auch tabu." Gerade über Weihnachten und Silvester stelle der Bereitschaftsdienst eine Belastung dar. „Würde meine Frau das nicht akzeptieren, dann könnte ich diesen Job nicht machen", unterstreicht der Bauhofleiter und spricht seinen Kollegen damit aus der Seele.

300 Tonnen Streusalz im Bauhof

Große Verantwortung tragen die Einsatzleiter der Bereitschaftsgruppe. Sie haben bei Außentemperaturen von vier Grad Celsius und darunter täglich Kontrollen des Straßenzustands mit dem Dienstfahrzeug durchzuführen. Der Bauhofleiter: „Das Fahrzeug verfügt über ein Außenthermometer, das die Temperatur direkt am Boden misst. Stellen wir auf dem Marktplatz vier Grad fest, dann kann in Hörste aufgrund des Höhenunterschieds schon Frost herrschen." Alle Kontrollergebnisse sind schriftlich festzuhalten, ebenso die Streu- und Räumzeiten der einzelnen Straßen, Wege und Plätze.

„Rund 300 Tonnen Streusalz lagern zurzeit auf dem Bauhof", teilt Hillebrenner mit. „Im vergangenen Jahr haben wir nur rund 50 Tonnen benötigt, nun sind wir bemüht, zuerst die Altbestände zu verbrauchen, denn das Salz verliert durch lange Lagerung an Qualität, zieht Feuchtigkeit und neigt dann zum Verklumpen."

Information
Salz und Sole favorisiert
Die Stadt Lage setzt überwiegend auf Salz und Sole, um die vom Schnee geräumten Straßen eisfrei zu halten.

Die in früheren Jahren propagierte Verwendung von abstumpfenden Streumitteln wie Splitt und Sand hat sich nicht bewährt, führen sie doch nach Abtauen des Schnees oftmals zu einer erhöhten Rutschgefahr.

Der Splitt findet nach seiner Verwendung tonnenweise den Weg in die Abwasserkanäle, ruft dort Verstopfungen hervor. Aus Schlacken hergestellte Granulate können Schwermetalle enthalten, die dann Boden und Grundwasser belasten.

Zudem stellt das scharfkantige Granulat eine weitere Gefahr da: Hunde können sich daran leicht die Pfoten verletzen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

2 Kommentare
2 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!