„LaBüVision“-Chef freut sich im Interview auf die zehnte Bühnensaison in Lage

Wolfgang Becker

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Probt für seine neueste Rolle: Lars Bücherl muss in „Alles hat seine Zeit" ein Multi-Talent spielen, dem kein Job zu albern ist. - © Wolfgang Becker
Probt für seine neueste Rolle: Lars Bücherl muss in „Alles hat seine Zeit" ein Multi-Talent spielen, dem kein Job zu albern ist. (© Wolfgang Becker)

Lage. Jedes Stück im Bürgerhaus ein Knüller, immer ein volles Haus und ständig ein neues Programm. Seit zehn Jahren gibt es in der Zuckerstadt die freie Bühne 
„LaBüVision", seit zehn Jahren bereichert sie das kulturelle Leben mit Komödien. Über die Entwicklung des Theaters spricht Chef Lars Bücherl im LZ-Interview.

Sie haben Ihre zehnte Saison gleich mit einem Knüller begonnen. Das Stück „Partnertausch" war ständig ausverkauft. Geht es auf diese Weise weiter?

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Persönlich

Lars Bücherl ist 40 Jahre alt, verheiratet und Vater einer zweieinhalb Jahre alten Tochter. Der gelernte Kaufmann verdient seinen Lebensunterhalt beim Lippischen Baubeschlag in Detmold. Ihm schwebt vor, auch mal ein von ihm selbst geschriebenes Stück auf die Bühne in Lage zu bringen.

Lars Bücherl: Wir haben unseren Fokus in der Jubiläumssaison darauf gelegt, die Menschen zu unterhalten. Am 28. Januar heißt es Vorhang auf für die Boulevardkomödie „Alles hat seine Zeit". Wir hoffen, dass das Stück genauso ein Renner wie zuvor „Partnertausch" wird. Diese Aufführung ist eingeschlagen wie eine Bombe. Ein vergleichbarer Erfolg waren „Allein in der Sauna" und „Ich bin da für dich". Beim „Partnertausch" gab es noch eine Zusatz-Aufführung, wir hätten sogar noch eine machen können.

Denken Sie eventuell an eine Wiederaufnahme?

Bücherl: Nein. Erst einmal nicht. Aber vielleicht in ein paar Jahren mal.

Ist so ein Stück nach 14 Aufführungen nicht totgeritten?

Bücherl: „Allein in der Sauna" haben wir 55 Mal gespielt. Dann kann man nicht sagen, dass ein Stück dieses Kalibers totgeritten ist. Außerdem wächst unser Publikum immer wieder nach. Es gibt Leute, die sagen „Allein in der Sauna" habe ich nicht gesehen. Könnt Ihr das nicht noch mal bringen?

Für nicht selbst geschriebene Stücke müssen Sie an die Urheber Tantiemen entrichten. Werden dann solche Erfolgsstücke nicht teuer für Sie?

Bücherl: Zwölf Prozent der Einnahmen werden pro Aufführung fällig. Es kommen schon viele Faktoren dazu, die das Beste von einem haben wollen. Deswegen könnten wir vielleicht schon etwas weiter sein.

Was heißt „weiter sein"?

Bücherl: Man muss auch mal neue Scheinwerfer kaufen und das eine oder andere für die Bühne anschaffen. Das kostet. Reich wollen wir gar nicht werden, wir wollen nur ein gutes Theater bieten.

Steht auf Ihrer Wunschliste etwas ganz oben?

Bücherl: Ja, der Eingangsbereich bedarf der Überarbeitung. Das würde ich sogar selbst machen. Der Putz müsste erneuert und in modernen Farben grau-anthrazit gestrichen werden. Ein bisschen mehr Modernität wäre nicht schlecht. Wer uns nicht kennt, denkt jetzt: Oh je, hoffentlich ist das Stück nicht so altbacken wie das Entree.

Was ist das Geheimnis des Erfolges Ihrer Bühne?

Bücherl: Alle haben wahnsinnig viel Spaß am Spielen, anderen Freude zu bereiten, ist ihnen und mir eine Herzensangelegenheit. Die Truppe ist wirklich grandios, alle ziehen mit.

Viele Stücke sind speziell auf Sie zugeschnitten. Sehen Sie sich als „Star" des Ensembles?

Bücherl: Nein, als Star sehe ich mich überhaupt nicht. Ich spiele ja nicht alle Hauptrollen, und bei den Märchen halte ich mich komplett zurück. Vielleicht möchte mich der eine oder andere Zuschauer als „Star" sehen. Ich möchte aber nicht in die Rolle hineinrutschen. Aber es ist schon richtig: Die Leute freuen sich noch, wenn ich auf die Bühne komme.

Gibt es Probleme, Nachwuchs für „LaBüVision" zu finden?

Bücherl: Nachwuchsprobleme haben wir keine. Aber trotzdem dürfen sich neue Talente immer gerne bei uns melden.

Sie spielen hauptsächlich Boulevard-Komödien. Besteht die Chance, dieses Terrain auch mal zu verlassen?

Bücherl: Da fühlen wir uns wohl, darauf gründet sich unser Erfolg. Warum sollten wir uns dann umorientieren?

Das Interview führte LZ-Redakteur Wolfgang Becker.

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