Peta setzt Belohnung für Hinweise auf Pferderipper aus

Seda Hagemann und Astrid Sewing

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Diese Stute wurde durch den Pferderipper so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden musste. - © Heike Skowronek
Diese Stute wurde durch den Pferderipper so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden musste. (© Heike Skowronek)

Lage. Die Suche nach dem Tierquäler, der seit Mitte Juni vier Pferde in Lage schwer verletzt haben soll, geht nach wie vor weiter. Jetzt hat die Tierrechtsorganisation PETA eine Belohnung von 1.000 Euro auf Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.

Der erste Fall ereignete sich nach LZ-Informationen auf einer Sommerweide mit mehreren Pferden in der Nähe des Distelkamps am 16. Juni. Eine Stute wies blutende Verletzungen im Genitalbereich auf und wurde in einer Klinik behandelt.

Einige Tage später hatte es der Pferderipper erneut auf die Stute abgesehen. Neben frischen Verletzungen an der Vagina wurde laut Angaben der Polizei ein Beckenbruch festgestellt. Die Stute musste wegen der schweren Verletzungen eingeschläfert werden.

Zwischen den Angriffen ereignete sich eine ähnliche Tat auf einer Weide in der Nähe der Billinghauser Straße, bei der ein Pferd ebenfalls im Genitalbereich verletzt wurde. Ein weiterer Fall wurde am Montagabend bekannt. Eine Pferdehalterin, dessen Pferd ebenfalls auf der Weide an der
Billinghauser Straße steht, stellte gleichartige Verletzungen fest.

Vermutlich wurden diese dem Tier zwischen Sonntag und Montag zugefügt. Gegen 19.30 Uhr beobachteten Zeugen am Montagabend eine männliche Person, die sich in der Nähe der Pferdekoppel aufhielt. Als der Mann angesprochen wurde, floh dieser in Richtung Stapelage in den Wald.

Trotz sofortiger Fahndung konnte der Mann nicht gefasst werden. Das Kriminalkommissariat Lage bittet unter der Telefonnummer 05232-95950 dringend um Zeugenhinweise. Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben, können sich ebenso telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym. Möglicherweise waren mehrere Personen an der Tat beteiligt.

„Wir fordern daher ein bundesweites, behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden, heißt es in der Pressemitteilung von PETA. So könnten regionale Häufungen und mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten. Pferdehalter würden über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt, um Pferde besser vor Angriffen schützen zu können.

PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von Pferderippern und stellt diese Informationen den ermittelnden Behörden zur Verfügung. Auch in der Region um Lage wurden in der Vergangenheit bereits Pferde attackiert. So verletzte ein Tierquäler im April 2015 zwei Stuten auf einer Koppel in Holzminden durch Messerschnitte. Im September 2015 wurden bei einer Stute in Oerlinghausen Schnittverletzungen entdeckt.

Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden, rät PETA in Bezug auf derartige Fälle in der Region. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge vorgenommen werden. Aus Sicherheitsgründen sei es dabei ratsam, dies mindestens zu zweit zu tun und Mobiltelefone bei sich zu tragen.

Die Tierrechtsorganisation warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern" begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde, heißt es von der Organisation. Sie können erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt.

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