Jann Wattjes gewinnt beim Poetry Slam im Ziegeleimuseum

Ulrich Lambracht

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Echte Poetry-Slam-Größe: „Zwergriese" aus Essen belegt am Ende im Ziegeleimuseum Platz zwei. - © Ulrich Lambracht
Echte Poetry-Slam-Größe: „Zwergriese" aus Essen belegt am Ende im Ziegeleimuseum Platz zwei. (© Ulrich Lambracht)

Lage-Hagen. Zum vierten Mal hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf der Ringofendecke seines Ziegeleimuseums in Hagen einen Poetry Slam präsentiert – und das mit durchschlagendem Erfolg: Die 100 gestellten Stühle reichten nicht aus, viele Besucher mussten auf die eilig herbeigeschafften Bierzeltbänke ausweichen.

Erst vor Wochenfrist waren die Wortkünstler um Organisator Marc-Oliver „Katze" Schuster im LWL-Freilichtmuseum Detmold zum modernen Dichterwettstreit angetreten. „Unsere Befürchtung, dass nun weniger Besucher den Weg zu uns finden würden, hat sich als unbegründet erwiesen", atmete Ziegeleimuseumsleiter Willi Kulke auf.

Der Publikums-Jury stellten sich „Zwergriese" aus Essen, Gewinner des Highlander Slams 2016, Jan Schmidt aus Hilchenbach, Sieger des Katze-Poetry-Slams, der Detmolder Anan Ashour, der außer Konkurrenz antrat, und Arnulf Heine, „Rookie oft the Year 2016", Jann Wattjes von der Insel Langeoog, der nun in Paderborn lebt und in diesem Jahr bereits die „Poetry All Stars" für sich entschieden hatte, die Bielefelder Berit Kruse und Michel Pauwels, „Der Fred" aus Paderborn und Sonja Husemann aus Spork-Eichholz.

Jeder Wortakrobat hatte fünfeinhalb Minuten Zeit, um das Publikum mit seinem selbst verfassten Text zu überzeugen. Sechs Zuschauerjuroren vergaben im Anschluss Punkte von null bis zehn, die sie auf Tafeln sichtbar in die Höhe hielten. „Ihr macht das im Team, eigentlich nicht typisch lippisch", ermahnte „Katze" das bestens gelaunte Publikum.

„Die haben heute richtig Bock", hatte der Slam-Moderator bereits im Vorfeld erkannt. „Niemals gewinnt der beste Text", so seine Erfahrung. „Klar, der Text ist schon wichtig, aber letztlich ist die Authentizität entscheidend, kommt es auf die Betonung, auf Höhen und Tiefen in der Stimme an.

Die Kombination aus Performance und einem guten Text macht es am Ende aus", weiß Schuster aus Erfahrung. Im Finale sahen die Zuhörer Jann Wattjes vorne. Mit seinem vor Selbstironie strotzenden Text widmete er sich Veganern und Vegetariern, verzichtete dabei jedoch auf eine stumpfe „Hau-drauf-Nummer". Platz zwei belegte „Zwergriese", gefolgt von Arnulf Heine und Michel Pauwels.

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