Lage hat zu wenige Gewerbeflächen

Cordula Gröne

  • 0
  1. Schlagwörter:
  2. Gewerbeflächen
Nicht nicht bebaut: In den Gewerbegebieten „Sülterheide" und „Großer Kamp" gibt es noch wenige freie Flächen, einige sind auch reserviert. - © Geobasis NRW / Grafik: Oliver Wendtland
Nicht nicht bebaut: In den Gewerbegebieten „Sülterheide" und „Großer Kamp" gibt es noch wenige freie Flächen, einige sind auch reserviert. (© Geobasis NRW / Grafik: Oliver Wendtland)
Nicht nicht bebaut: In den Gewerbegebieten „Sülterheide" und „Großer

Kamp" gibt es noch wenige freie Flächen, einige sind auch reserviert. - © Geobasis NRW / Grafik: Oliver Wendtland
Nicht nicht bebaut: In den Gewerbegebieten „Sülterheide" und „Großer Kamp" gibt es noch wenige freie Flächen, einige sind auch reserviert. (© Geobasis NRW / Grafik: Oliver Wendtland)

Lage. Kleinere und größere Betriebe aus Lage und Umgebung sind auf der Suche nach geeigneten Grundstücken, um sich hier anzusiedeln oder zu erweitern. Obwohl noch etwa 46.000 Quadratmeter gewerblich nutzbare Fläche zur Verfügung stehen, kann der Bedarf nicht gedeckt werden. Warum, das erklärt der städtische Wirtschaftsförderer Jörg Moje.

Industriegebiet „Sülterheide": Das ursprüngliche Gewerbegebiet „Sülterheide" ist vollgelaufen und wurde erweitert. Ein Teil der neuen Fläche ist bereits reserviert. 11.400 Quadratmeter können noch bebaut werden. Davon liegen 5000 Quadratmeter in städtischer Hand. Die übrige Fläche gehört einem Landwirt.

Information
Gewerbeareal
Neue Gewerbeareale auszuweisen, ist schwierig; das Land macht Vorgaben. Für die Stadt muss die Erschließung machbar, und die Kosten müssen in einem vertretbaren Verhältnis zum Flächengewinn stehen. Für eine erschlossene Gewerbefläche zahlen Käufer in Lage zwischen 40 und 42 Euro pro Quadratmeter.

Gewerbegebiet „Großer Kamp": Auch dieses Areal wird ausgebaut. In der Erweiterungsfläche steht neben einem kleineren Grundstück eine 10.000 Quadratmeter große zusammenhängende Fläche zur Verfügung. „Diese ist absolut plan. Das ist für Interessenten mit größeren Bauvorhaben ein echter Vorteil", meint Moje. Allerdings ist das Gelände etwas von der nächsten Bundesstraße entfernt.

Gewerbegebiet nahe der Detmolder Straße: Im Regionalplan sind elf Hektar als Entwicklungsbereich vorgesehen. Die Verwaltung hat Ende 2016 von der Politik den Auftrag bekommen, die Lage zu sondieren und die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich südöstlich der Straße „Oberes Land" und südwestlich der Detmolder Straße vorzubereiten. „Ob es dazu kommt, ist eine ganz andere Sache", erklärt der Wirtschaftsförderer.

Weitere Gewerbeflächen befinden sich in Privatbesitz, könnten aber bebaut werden, und zwar an der Pölkestraße in Kachtenhausen (9000 Quadratmeter) und Im Erfkamp (13.500 Quadratmeter) in Lage. Am Bahnhof Ehlenbruch gibt es noch eine städtische Fläche mit 1400 Quadratmetern.

Nachfrage: Insgesamt stehen der Stadt also 46.000 Quadratmeter Gewerbeflächen zur Verfügung. Um die Nachfrage decken zu können, sei das nicht viel, meint Wirtschaftsförderer Moje. „Aus den verfügbaren Flächen lassen sich etwa zehn bis elf Grundstücke schneiden."

Aktuell bearbeitet er jedoch knapp 30 Anfragen, darunter von Handwerksbetrieben wie Tischlereien sowie von Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau und metallverarbeitendes Gewerbe, Hochbau, chemische Industrie und Logistik. Letztere haben einen großen Flächenbedarf, aber im Verhältnis dazu wenige Mitarbeiter. Auch das müsse die Stadt bei der Grundstücksvergabe mit abwägen, so Moje.

Auswahlkriterien: Die Anfragen betreffen beispielsweise Grundstücke mit einer bestimmten Größe oder einem besonderen Zuschnitt. Manche Produktionsstätten brauchen zwei gegenüberliegende Zufahrten. Auch die im Bebauungsplan festgesetzte Nutzbarkeit eines Grundstücks ist entscheidend. In manchen Bereichen darf sich nur nicht-störendes Gewerbe ansiedeln, das keinen Lärm verursacht. Die zulässige Gebäudehöhe ist gelegentlich nicht ausreichend oder andere Einschränkungen machen ein Grundstück für den Kunden ungeeignet. Einige Unternehmen müssen gut sichtbar sein und benötigen daher ein Baugrundstück unmittelbar an einer viel befahrenen Straße.

„In meinem Studium habe ich gelernt, dass etwa das Dreifache der nachgefragten Flächen vorhanden sein sollte, um flexibel reagieren und die Nachfragen bedienen zu können", erläutert Moje. Nicht auf alle Gewerbeflächen hat die Stadt Zugriff. Etwa 29.000 Quadratmeter sind in der Hand privater Eigentümer. Einen Teil davon darf er in seine Dispositionen mit einbeziehen. Letztlich hänge vieles davon ab, ob Grundstückseigentümer, in der Regel Landwirte, bereit sind, Land zu veräußern.

Konkurrenz: Die Nachbarstadt Detmold, die an der Grenze zu Lage neue Gewerbeflächen ausweisen möchte, sieht der Wirtschaftsförderer nicht als Konkurrenz an. Für die Firmen sei entscheidend, wo ihre Kunden seien und woher die Mitarbeiter kämen. Grundstückspreise seien dabei weniger wichtig, weiß Jörg Moje.

Beim derzeitigen Boom hätten viele Kommunen Probleme, den Bedarf zu decken. Wenn er jemanden kenne, für den es in Lage kein Grundstück gebe, dann verweise er auch auf die Nachbarstädte – damit eine Ansiedlung wenigstens in Lippe möglich werde.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!