700 Nachwuchsakademiker besuchen sieben Veranstaltungen der Kinder-Uni

"Es war einfach toll"

Erol Kamisli

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Finger in die Luft: Wie in der Schule, so gilt auch während der Vorlesungen, wer etwas beitragen möchte, der meldet sich und beantwortet die Fragen von Sprachforscherin Prof. Dr. Elvira Topalovic. - © Torben Gocke
Finger in die Luft: Wie in der Schule, so gilt auch während der Vorlesungen, wer etwas beitragen möchte, der meldet sich und beantwortet die Fragen von Sprachforscherin Prof. Dr. Elvira Topalovic. (© Torben Gocke)

Lemgo. Auf den Stühlen liegen Zettel mit sechs Quizfragen und daneben Kugelschreiber, um die Fragen zu beantworten. Die Antworten für die Nachwuchs-Akademiker im Alter von neun bis zwölf Jahren gibt es im Lauf der Vorlesung in der Aula des Lemgoer Handwerksbildungszentrums.

Nach knapp 60 Minuten verabschieden strahlende Gesichter, Applaus und große Zustimmung Prof. Elvira Topalovic und Dr. Benjamin Uhl vom Fachbereich Germanistik der Universität Paderborn. Ihr Thema: „Sprechen, zeigen, tanzen – wer kommuniziert eigentlich wie?" Zum Abschluss der Kinder-Uni von LZ, Hochschule OWL, der Hochschule für Musik, Lippe Bildung und der Fachhochschule des Mittelstands hören ihnen allerdings keine Germanistikstudenten zu, sondern rund 70 Teilnehmer zwischen neun und zwölf Jahren.

Insgesamt waren rund 700 Kinder bei den sieben Veranstaltungen der Kinder-Uni 2015/2016 dabei. Einer von ihnen ist Nico aus Lage. Er ist zehn Jahre alt und weiß, was er werden möchte: „Irgendwas mit Computern." Er ist sehr an Technik interessiert und findet es toll, dass er fast alle Vorlesungen der Kinder-Uni besuchen durfte. „Mein zweites Hobby sind Sprachen, daher bin heute heute hier", sagt der Grundschüler.

Abschlussveranstaltung der Kinder-Uni in Lemgo

Abschlussveranstaltung der Kinder-Uni in Lemgo

Sofia Hermann sitzt zwei Plätze weiter. „Ich habe alle sieben Vorlesungen besucht und fand alles sehr spannend und interessant", sagt die Elfjährige aus Detmold. Ein Berufsziel hat sie noch nicht genau: „Vielleicht Polizistin oder Fußballerin."

Doch heute findet sie die Sprachforschung viel interessanter, die Prof. Elvira Topalovic und Dr. Benjamin Uhl gerade erklären. „Der Mensch ist zu 98,8 Prozent mit den Schimpansen verwandt", sagt Dr. Uhl. Die Tiere könnten Werkzeuge benutzten, mit Rufen ihre Artgenossen vor Gefahren warnen. „Aber sie können untereinander nicht wie Menschen über vergangene Ereignisse sprechen", führt Prof. Topalovic weiter aus. Als zusätzliches Beispiel erklärt die Sprachforscherin das Kommunikationsverhalten von Bienen. „Die Tanzsprache ist eine der wesentlichen Kommunikationsformen der Honigbienen. Durch das Tanzen werden Informationen über Futterquellen vermittelt", sagt Prof. Topalovic.

„Die beiden waren echt super. Ich wusste gar nicht, dass einige Tiere ähnliche Kommunikationsformen haben wie wir Menschen", sagt der zwölfjährige Nils Tilmann aus Lemgo. Und auch Charlotte Otte aus Detmold, die alle Veranstaltungen besucht hat, ist begeistert.

„Es war super. Hoffentlich gibt‘s bald die nächste Kinder-Uni", lobt die Neunjährige. Auch Hannah aus Dörentrup und Nico aus Bad Salzuflen waren gern dabei. „Es war einfach toll, und mit den Freunden macht es doppelt Spaß", betonen die Grundschüler.

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