Elektronische Steuererklärung über das Elster-Programm wird immer beliebter

Peter Schott, Leiter des Finanzamtes, zieht eine Halbjahresbilanz 2016. 
Viele „Kunden" geben ihre Erklärung auf dem elektronischen Weg ab

Axel Bürger

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Peter Schott ist Dienststellenleiter im Lemgoer Finanzamt. - © Axel Bürger
Peter Schott ist Dienststellenleiter im Lemgoer Finanzamt. (© Axel Bürger)

Lemgo. Die ersten sechs Monate des Jahres sind um. Halbe Zeit, halbes Geld? Peter Schott ist Leiter des Finanzamtes. Die Umsatzsteuer- und Lohnsteuerentwicklung für 2016 sieht er weiter auf einem guten Weg. Will heißen: positiv.

Herr Schott, die Banken zahlen keine Zinsen, aber die Wirtschaft boomt. Merken Sie das?

Information

Persönlich

Peter Schott (46) ist seit Juli 2013 Dienststellenleiter im Lemgoer Finanzamt. Er ist Nachfolger von Irina Peters-Schwiete. Zuvor war er ständiger Vertreter des Vorstehers beim Finanzamt Detmold. Der gebürtige Dortmunder ist verheiratet und hat eine Tochter.

Peter Schott: Wenn Sie die Steuereinnahmen meinen, kann ich nur feststellen, dass der Trend aus 2015 sich fortgesetzt hat. Positive Zahlen, ich kann von einem soliden Steueraufkommen sprechen.

Die meisten Euro kommen ja freiwillig rein. Trotzdem hilft ein Finanzamt bekanntlich nach, oder?

Schott: Ja, durch unsere Außenprüfer. Ein knappes Dutzend ist hier in Lemgo, Dörentrup, Kalletal, Extertal und Barntrup unterwegs.

Bringen die Außendienstler zusätzliche Millionen?

Schott: Aus Datenschutzgründen darf ich Ihnen nicht sagen, was hier zusammen kommt, aber bundesweit wird pro Prüfer und Jahr in der Regel eine hohe sechsstellige Summe taxiert.

Die Betriebsprüfer dürfen allerdings nicht mit der Steuerfahndung verwechselt werden...

Schott: Genau, wir kündigen uns an und nehmen nicht – wie vielleicht in manchen Fernsehfilmen – die Firma auseinander. Für die Steuerfahndung, also bei Tatverdacht, ist das Finanzamt für Steuerstrafsachen in Bielefeld zuständig.



Wird in Lemgo viel gemogelt?

Schott: Wir glauben grundsätzlich, dass der Steuerpflichtige ehrlich ist. Wir gehen also nicht davon aus, dass Daten regelmäßig manipuliert werden. Obwohl immer wieder CDs angekauft werden, die das Gegenteil beweisen.

Gibt es auch im Bereich des Lemgoer Finanzamts Selbstanzeigen?

Schott: Ja. Gerade, wenn neue Steuer-CDs auftauchen, nehmen die Selbstanzeigen sofort zu.

Wechseln wir mal zu den Menschen, die alles freiwillig abgeben. Wie viele kommen denn persönlich in der Engelbert-Kämpfer-Straße vorbei?

Schott: Das Elster-Programm, also die Chance, die Steuererklärung elektronisch abzugeben, hat zur Folge, dass es jährlich weniger werden. Aber gerade im Mai hätten Sie auf dem Flur des Bürgerbüros tagsüber durchgängig 20 Personen antreffen können.

Gibt es da Besonderheiten?

Schott: Naja, manchmal verwechseln Menschen unser Bürgerbüro mit dem Bürgerbüro der Stadt Lemgo. Hier war auch mal jemand, der wollte sich ummelden. Ansonsten ist es wichtig, bei speziellen Fragen zum eigenen Steuerfall vorher anzurufen, um mit dem persönlichen Berater einen Termin auszumachen. Die Mitarbeiter im Bürgerbüro können aber bei den meisten Fragen weiterhelfen.

Geht die Abwicklung der Steuererklärung durch einen Steuerberater schneller?

Schott: Nein, schnell geht es, wenn die Unterlagen vollständig und sachlich korrekt vorliegen. Egal, ob das ein Steuerberater macht oder der Steuerpflichtige selbst.

Bundesweit war mal von einer Zeit von 28 Tagen die Rede, die ein schnelles Finanzamt bis zum Bescheid braucht. Wie lange dauert es in Lemgo?

Schott: Das kann ich Ihnen auf den Tag genau nicht sagen. Aber wir sagen immer: zwischen 30 und 180 Tagen.

Letzte Frage: Wird die gelochte und abgeheftete Quittung überbewertet?

Schott: Definitiv. Wir wollen gar nicht alle Belege sehen. Die Zeiten sind vorbei.

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