Fischtreppe wird auf
Herz und Schuppen geprüft

Till Brand

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Probelauf: An der Fischtreppe an der Mühle Lindner haben Arbeiter getestet, ob die Reuse in den Kanal passt. Im Verlauf dieses Monats soll dann die offizielle Zählung starten. - © Till Brand
Probelauf: An der Fischtreppe an der Mühle Lindner haben Arbeiter getestet, ob die Reuse in den Kanal passt. Im Verlauf dieses Monats soll dann die offizielle Zählung starten. (© Till Brand)

Lemgo. Noch in diesem Monat wird an der umstrittenen Fischtreppe an der Mühle Lindner die Zählung der Tiere beginnen. Probeweise ist die Reuse bereits einmal in den Seitenkanal eingesetzt worden, wie Immo Henneberg, bei der Stadt zuständig für Kanalbetrieb und Gewässer, bestätigt. Mit Hilfe der Aufstiegsanlage sollen die Fische am Wehr vorbeikommen.

Doch ob ihnen das gelingt, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. An der Höhe der Steinstufen wurde bereits im vergangenen Jahr nachgebessert – nun soll die Messung Aufschluss darüber geben, ob die Fischtreppe ihren Zweck überhaupt erfüllt.

Bewusst ist der Zeitraum der ersten Zählung in den Herbst gelegt worden, unterstreicht Immo Henneberg. In Kürze werde der Fischzug der Salmoniden, der lachsähnlichen Fische, am ausgeprägtesten sein. Im Testzeitraum wird nach Angaben des städtischen Abteilungsleiters die Reuse täglich auf in den Kanal geschwommene und dort aufgehaltene Fische untersucht. Dann werden die Tiere zurück in das Wasser der Bega gesetzt. Im Frühjahr soll eine weitere Probebefischung stattfinden, wenn normalerweise die „Reise“ der Tiere in die Gegenrichtung stattfindet.
Unterdessen haben sich Bündnis 90/Die Grünen die Anlage noch einmal näher angesehen und eine gute Entwicklung der Bega als Lebensraum für die Tiere angemahnt. Als im vergangenen Jahr Kritik an der Fischtreppe aufgekommen war, hatten die Grünen ihre Landtagsabgeordnete Wibke Brems und den Grünen-Fraktionschef im Kreistag und damaligen Landratskandidaten, Werner Loke, zu einem Ortstermin eingeladen.

Nun der nächste Besucher aus Düsseldorf: Mit Hans-Christian Markert hat sich der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion mit Anglern, dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Vertretern des Landesfischereiverbands getroffen, wie der Lemgoer Grünen-Fraktionschef Dr. Burkhard Pohl mitteilt. Markert wird mit den Worten zitiert: „Zu einem intakten Gewässer gehört neben guter Wasserqualität auch die Durchgängigkeit für Fische.“ An der Bega gebe es dazu gute Beispiele, stellenweise aber auch Nachbesserungsbedarf.

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