Lemgoer Songschreiber David Lübke stellt sein erstes Album vor

Alexandra Schaller

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Das erste eigene Album: David Lübke stellt das Werk vor, das nach ihm benannt ist. Darauf sind eigene Songs über Liebe, Sehnsucht und das Reisen zu finden. - © Alexandra Schaller
Das erste eigene Album: David Lübke stellt das Werk vor, das nach ihm benannt ist. Darauf sind eigene Songs über Liebe, Sehnsucht und das Reisen zu finden. (© Alexandra Schaller)

Lemgo. Sein Kleidungsstil ist lässig, die Gitarre hat er sich direkt umgehängt. Dass der Lemgoer David Lübke durch und durch Musiker ist, sieht man auf den ersten Blick. Und auch im LZ-Gespräch wird klar: Dieser junge Mann liebt, was er tut. Sein Album „David Lübke" gibt es im Internet, bei Auftritten und auf Lübkes Facebook-Seite.

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Information
Persönlich

David Lübke ist 20 Jahre alt und gebürtiger Lemgoer. 2014 hat er am Marianne-Weber-Gymnasium (MWG) Abitur gemacht und im Anschluss ein Auslandsjahr in Irland verbracht. Ein Philosophie- und Germanistikstudium hat er abgebrochen. Ab diesem Monat wird er in Hannover Musik studieren. Seit etwa zehn Jahren macht Lübke Musik – seit drei Jahren schreibt er eigene Lieder. Er spielt Gitarre, Banjo, Schlagzeug und Klavier. Als Singer und Songwriter tritt er deutschlandweit auf.

Sie sind erst seit ein paar Tagen aus Ihrem Irlandurlaub zurück. Das war nicht Ihre erste Reise auf die grüne Insel, oder?

David Lübke: Das stimmt. Nach dem Abitur habe ich meinen Rucksack gepackt, meine Gitarre genommen und bin nach Irland getrampt.

Getrampt?

Lübke: Ja, genau. Ungefähr eine Woche habe ich bis in die Normandie gebraucht. Von da aus ging es dann mit der Fähre weiter. So bekommen das Reisen und vor allem das Ankommen eine ganz andere Bedeutung – es wird viel ursprünglicher. Ich möchte die 
Meilen unter den Füßen spüren.

Beschreiben Sie sich deshalb auf Ihrer Facebook-Seite auch als „Weltenbummler, Sänger und Poet"?

Lübke: Irgendwie schon, ja. Das Reisen ist für mich und meine Lieder die größte Inspiration. Ich schreibe am liebsten, wenn ich unterwegs bin. Dann fließen Begegnungen, Menschen oder Orte in meine Musik und die Texte mit ein.

Das heißt, Sie schreiben immer über wahre Erlebnisse?

Lübke: Teilweise. Wie gesagt, fließen eigene Erfahrungen mit ein. Aber ich lasse mich auch von Büchern, Filmen oder anderer Musik inspirieren. Und: Ich bin ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Das kann dann autobiografisch sein oder irgendetwas, das mir gerade in den Sinn kommt. Hauptsächlich singe ich aber über das Reisen, die Liebe und die Sehnsucht. Das spricht vielen Menschen aus der Seele. Gleiches gilt für eher kritische Themen. In meinem Lied „Wann merkt ihr, dass ihr Brüder seid?" geht es zum Beispiel um Krieg und Elend. Nicht immer ist alles heile Welt.

Wie würden Sie Ihren Musikstil beschreiben?

Lübke: Man bezeichnet mich wohl als Singer/Songwriter. Ich liebe akustische und vor allem handgemachte, ehrliche Musik. Mein Musikstil ist am ehesten als Folk zu beschreiben – gemischt mit einigen Countryelementen. Auch privat hör ich gern amerikanische oder irische Folkmusik der 60er- und 70er-Jahre. Und deutsche Liedermacher wie Hannes Wader.

Sie sprechen irischen Folk an. Hat Sie Ihr Irlandaufenthalt beeinflusst?

Lübke: In Irland habe ich viel irische Musik gehört und gespielt, bin in unzähligen Pubs aufgetreten. Das beeinflusst die eigene Musik natürlich. Ein Kenner hört bestimmt eine irische Klangfarbe in meinen Liedern. Ich habe erlebt, wie man gerade in der Fremde so viele Kontakte über die Musik knüpfen kann – sie öffnet einem viele Türen.

Mit Ihren Musikerfreunden sind Sie deutschlandweit unterwegs. Was begeistert Sie an den Live-Auftritten am meisten?

Lübke: Ich möchte ehrliche Musik machen und erreichen, dass die Leute das merken und sich bestenfalls mit meinen Texten identifizieren können. Es begeistert mich, wenn beim Auftritt Künstler und Publikum an einem Strang ziehen. Wenn sich die Menschen auf die Musik einlassen, erreicht diese Energie auch mich auf der Bühne und ich gebe sie in der Musik zurück. Dadurch wird ein Konzerterlebnis sehr intensiv – vor allem in kleiner Runde und heimeliger Atmosphäre.

Ihr erstes Album ist vor wenigen Tagen erschienen. Sind Sie stolz, es jetzt endlich in den Händen zu halten?

Lübke: Vor allem bin ich stolz, etwas Eigenes geschaffen zu haben. Die Songs sind alle selbst geschrieben – viele davon übrigens auf der Reise. Es ist ein sehr persönliches Album geworden. Das Stück „Petite Marie" spricht von der Leichtigkeit eines Kindes, dem ich unterwegs begegnet bin. „Unruhiges Herz" thematisiert das Reisen. Die Hälfte der zwölf Lieder spiele und singe ich allein, nur mit der Gitarre. Beim Rest wirken der Lemgoer Rüdiger Grob am Kontrabass und der Detmolder Ben Braun am Banjo und an der Mandoline mit. Zusammen gibt das ein abwechslungsreiches Klangbild – auch bei Konzerten.

Wer Sie einmal persönlich und live hören will, der hat gar nicht so schlechte Karten, Sie in einer lippischen Fußgängerzone anzutreffen, richtig?

Lübke: (lacht) Ja, das stimmt. Ich spiele nicht nur Konzerte, sondern mache auch Straßenmusik. Das Schöne ist, wenn der Funke zum vorbeilaufenden Publikum überspringt und die Menschen stehen bleiben oder einen ansprechen. Man begegnet einem sehr gemischten Publikum – jeder entscheidet selbst, ob er sich auf die Musik einlässt. Wenn er es aber tut, besucht er quasi ein spontanes Konzert. Das finde ich spannend. Auch wenn Musik natürlich immer auch eine Geschmacksfrage ist. Aber man sollte immer an sich selbst glauben und nicht immer nur mit dem Strom schwimmen. Wenn man es nicht anderen, sondern sich selbst recht macht, dann hat man auch Chancen auf Erfolg.

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