Bruchmarkt zieht Tausende an

Jens Rademacher

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Deko im Sonnenschein: Waltraud Baumann (links) und Gudrun Kandale sehen sich beim Bauernmarkt im Lippegarten Gartenartikel aus Holz an. - © Jens Rademacher
Deko im Sonnenschein: Waltraud Baumann (links) und Gudrun Kandale sehen sich beim Bauernmarkt im Lippegarten Gartenartikel aus Holz an. (© Jens Rademacher)

Lemgo. Kaum ein Geschäft in der Mittelstraße, das nicht geöffnet gewesen wäre. Volle Reihen bei der Außengastronomie auf dem Marktplatz. Entspanntes Geschiebe beim Bauernmarkt im Lippegarten. Der Bruchmarkt in der Innenstadt ist seinem Ruf gestern gerecht geworden.

Denn „am letzten Sommertag ist in Lemgo Bruchmarkt", wie ein gut gelaunter Wolfgang Jäger von Lemgo Marketing gestern Nachmittag sagte. Dabei war es vielen so gegangen wie Matthias Petig aus Bega: Er hatte seinen Stand beim Bauernmarkt am Morgen noch im Nebel aufgebaut. „Und kalt war’s", sagte der Landwirt. Doch vom späten Vormittag an konnte er wie Tausende Bruchmarkt-Besucher in die Sonne blinzeln – schließlich behielten die Meteorologen Recht, die goldenes Oktoberwetter angekündigt hatten.

Lemgoer Bruchmarkt

Lemgoer Bruchmarkt

Was einige Besucher des Bruchmarkts nicht davon abhielt, am Stand in der Mittelstraße auch einen Glühwein zu trinken. An vielen Ständen war das Angebot trotzdem auf Herbst und Winter ausgerichtet: Warme Socken, Vogelhäuschen oder Plätzchen waren da zu haben. Petra Miech fuhr zweigleisig: Neben weihnachtlichen Holzarbeiten verkaufte sie ganzjahrestaugliche Gartendekoration.

Landwirt Petig nebenan, einer von zahlreichen Direktvermarktern beim Bauernmarkt, freute sich über das Interesse der Besucher am schwäbisch-hällischen Schwein: Auf seinem Hof hält er die Tiere mit ihrer schwarz-weißen Färbung. „Die Leute finden es gut, dass wir die alte Haustierrasse haben." Und er selbst fand es gut, dass die Besucher sich für Fleisch, Wurst und Schinken interessierten.

Bei Diethard Jost aus Humfeld war zu beobachten, dass adventliche Blumengestecke im Sonnenlicht auch eine frühlingshafte Atmosphäre ausstrahlen können. Neben den Gestecken reckte auch ein geschnitzter Hermann aus Holz sein Schwert in den blauen Himmel. „Das ist mein sechster dieser Art", sagte Jost. Die anderen fünf Hermänner seien schon verkauft – teils nach Berlin, berichtete er.

Während sich viele im Lippegarten den Pickert schmecken ließen, ging es an einer Stelle besonders gemächlich voran: Dort, wo das neue Pflaster der Mittelstraße auf der einen Seite schon fertig ist und auf der anderen Seite noch Schotter liegt. Am anderen Ende der Fußgängerzone drehte sich ein Audi am Spieß. So nannte Jonas Ortmann von der Verkehrswacht Lippe den Überschlagsimulator – und setzte sich zu Demonstrationszwecken gleich hinein. Ein Elektromotor drehte den Wagen auf dem Kopf, und Ortmann zeigte, wie sich Insassen bei einem Unfall schnell aus dem Gurt befreien können.

Derweil begutachtete Andrea Schulz Einkaufskörbe – und bestätigte: Am Bruchmarkt-Sonntag ist oft gutes Wetter – und traditionsgemäß schlenderte sie mit einer Freundin durch den Lippegarten. „Nette Atmosphäre", lobte sie.

Information
Positive Bilanz von Wolfgang Jäger
„Wie an einem Sommertag" sind die Tische der Gastronomen auf dem Marktplatz gestern gefüllt gewesen, freute sich Wolfgang Jäger von Lemgo Marketing. „Alle sind glücklich", gab er seinen Eindruck vom Bruchmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag wieder:

„Einzelhändler, Gastronomen, Autohäuser." Letztere präsentierten auf dem Marktplatz ihre Modelle. „Es ist alles voll."

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