Kramp & Kramp feiert Richtfest der Goldenen Waage in Frankfurt

Tobias Schreiner

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Feierlich: Beim Richtfest bejubelten Hunderte die Restauration von historischen Gebäuden in der Frankfurter Altstadt. - © dpa
Feierlich: Beim Richtfest bejubelten Hunderte die Restauration von historischen Gebäuden in der Frankfurter Altstadt. (© dpa)

Frankfurt/Lemgo. In 20 Metern Höhe stehen Maik Ebert, Guido Kramp, Tim Kuhlemann und Nils Brune über den Dächern Frankfurts. In der Ferne ragen die Wolkenkratzer von „Mainhattan" in die Luft, unter den Füßen der Lemgoer Zimmermänner bestaunen Hunderte Zuschauer die neu restaurierten Gebäude. 35 Fachwerkhäuser sind es, die 1944 im Bombenhagel der Alliierten in Schutt und Asche gelegt wurden und die am Samstag ihre Auferstehung feiern.

„Das war ein ergreifender Moment", berichtet Ebert. „Das gesamte Projekt ist sehr beeindruckend, hier sind die besten Zimmerer Deutschlands am Werk." Für 186 Millionen Euro wird die historische Altstadt Frankfurts rekonstruiert.

Vier Gebäude davon restauriert die Lemgoer Firma „Kramp & Kramp". Ihr Prachtstück: Die Goldene Waage, ein Haus des niederländischen Händlers Abraham von Hameln aus dem Jahr 1619. Nach dem Bombardement war von der Goldenen Waage nur ein einziger Holzbalken übriggeblieben. Im Januar 2018 wird das Fachwerkhaus wieder in seinem neuen, alten Gewand zu besuchen sein. Die Eröffnung soll mit einem dreitägigen Bürgerfest gefeiert werden.

Doch bis dahin steckt die Goldene Waage noch in einem Gewand aus Baugerüsten. „Wir sind mit den Zimmerarbeiten fast fertig und montieren gerade die Fenster", sagt Ebert. Wenn die Gerüste einmal verschwunden sind, wird im Erdgeschoss Gastronomie und in den oberen Stockwerken ein Museum einziehen.

Nach 20 Monaten Arbeit ist das Richtfest die erste große emotionale Belohnung für die Lemgoer Firma „Kramp & Kramp". „Wir haben Fotos mit dem Oberbürgermeister Peter Feldmann gemacht und Interviews gegeben", erzählt Ebert.

Ein Zeitzeuge war Ehrengast des Tages: Rolf Schmitz sah als 14-Jähriger die Bomben fallen: „Ich hab mit 14 Jahren Kindern und alten Leuten das Leben gerettet und war auch dabei, als sie gestorben sind. Das war furchtbar."

Trotz all der Freude um die Wiedergeburt des fußballfeldgroßen Geländes gab es in der Vergangenheit auch Kritik am Projekt. Viele der historischen Gebäude bestehen aus massivem Stahlbeton, lediglich die Fassaden sind historisch. Kritiker hatten vor einer Kulissenshow gewarnt. „Die Planer haben hier einen guten Spagat zwischen Restauration und Neubauten geschafft. Denkmalpflegerisch ist hier etwas Einmaliges entstanden", sagt Ebert.

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  1. Zahlen, Daten, Fakten zum Projekt

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