Das Geld des Lemgoer Pensionsfonds legt künftig die Sparkasse Hamburg an

Till Brand

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Geld (© Symbolbild)

Lemgo. Um ab 2025 die Pensionen für die städtischen Beamten bezahlen zu können, geht Lemgo den für eine Stadt dieser Größenordnung ungewöhnlichen Weg: Seit Mitte 2009 speist sie einen Fonds mit Geld, aus dem die Altersgelder einst finanziert werden sollen. Kleine Kurswechsel sollen die Rendite nun weiter steigern.

Nach Auskunft von Doris Blome, bei der Stadt für den Pensionsfonds zuständig, setzt Lemgo künftig auf einen anderen Verwalter für die große Summe. War bislang noch die Lampe Asset Management (Düsseldorf) als Tochter der Bielefelder Lampe Bank dafür zuständig, das Lemgoer Geld gut anzulegen, will man künftig auf die Unterstützung der Hamburger Sparkasse bauen. „Das sind auch Hanseaten", drückt Doris Blome aus, dass man auf einer Wellenlänge liege, was die Einstellung zur Investition der 22 Millionen Euro angehe. Nebenbei spare man pro Jahr 35.000 Euro Verwaltungskosten.

In Zeiten niedriger Zinsen, die beispielsweise für Staatsanleihen gezahlt werden, soll zudem die Aktienquote leicht erhöht werden, wie Kämmerer und Erster Beigeordneter Dirk Tolkemitt erläutert: das steigere die Chance auf eine höhere Rendite. Allerdings sei der Pensionsfonds weitestgehend auf Sicherheit gebaut.

Gespeist wurde er zu einem guten Teil 2009 aus den Erlösen des Verkaufs der Anteile an Wesertal – inzwischen liegen 22,1 Millionen Euro auf der hohen Kante. Es darf gerne mehr werden, doch Rentenpapiere bringen laut Tolkemitt nur geringe Renditen. Dafür seien sie eine sichere Bank, unterstreicht der Kämmerer, der in Städten von Lemgos Größenordnung noch keine Nachahmer für den Pensionsfonds gefunden hat.

Nebenbei hat sich der Pensionsfonds auch von Versorgeraktien getrennt, etwa von den darbenden Energieriesen. Das seien inzwischen „Risikopapiere", begründet Blome den Verkauf mit Blick auf die Krisen bei RWE und Eon. Auch wenn es laut Tolkemitt nicht Auslöser der Strategie war, so freut diese doch Grünen-Fraktionschef Dr. Burkhard Pohl.

Wie dieser gegenüber der LZ erinnerte, habe seine Fraktion im März dieses Jahres gefordert, den Pensionsfonds aus Unternehmen abzuziehen, die in der Kohle-, Öl- oder Atombranche tätig seien. Umweltschädliche Energieformen solle die alte Hansestadt nicht unterstützen.

Information

Flexi-Zinsen

Festverzinsliche Papiere bringen derzeit kaum Rendite. Jedoch rechnet die Stadt mit leicht anziehenden Zinsen. Daher soll das Geld des Pensionsfonds künftig auch in solche Anlagen gesteckt werden, bei denen der Zinssatz der Marktentwicklung stetig angepasst wird: Die „Zins-Floater" darf der Manager des Pensionsfonds bislang aber nicht nutzen – in der Zukunft soll es ihm jedoch erlaubt sein.

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