Morgen geht's los: Was bedeutet eigentlich Kläschen?

Nadine Uphoff und Janet König

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Menschenmassen in der Mittelstraße: Die Innenstadt ist zu Kläschen in den vergangenen Jahren besonders voll gewesen. Auch diesmal locken wieder diverse Buden, die Leckereien, Weihnachtsdeko oder andere Dinge anbieten. Auf dem Regenstorplatz gibt es zudem größere Fahrgeschäfte. - © Katharina Pavlustyk
Menschenmassen in der Mittelstraße: Die Innenstadt ist zu Kläschen in den vergangenen Jahren besonders voll gewesen. Auch diesmal locken wieder diverse Buden, die Leckereien, Weihnachtsdeko oder andere Dinge anbieten. Auf dem Regenstorplatz gibt es zudem größere Fahrgeschäfte. (© Katharina Pavlustyk)

Lemgo. Er hat eine Jahrhunderte lange Tradition und ist Lemgos ganzer Stolz: der stimmungsvolle Kläschenmarkt. Die erfolgreiche Veranstaltung hat ihre Wurzeln im historischen Nikolaimarkt des 13. Jahrhunderts. Heute ist die Kirmes aus dem Lemgoer Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken.

Knapp 190 Aussteller werden auch in diesem Jahr die Innenstadt vom Lippegarten aus über das Ostertor und den Kastanienwall bis hin zum Regenstorplatz in ein buntes Lichtermeer aus Buden und Fahrgeschäften verwandeln.

Information

Was bedeutet eigentlich Kläschen?

Der Vorgänger des Kläschenmarktes war der Lemgoer Nikolaimarkt am 6. Dezember. Kläschen ist also die Verniedlichung von Nikolaus. Dieser steht im Zusammenhang mit der Fertigstellung der St.-Nicolai-Kirche im 13. Jahrhundert. Der Heilige Nikolaus ist der Schutzpatron der Handelskaufleute. Viele Hansestädte, wie Lemgo, haben ihre Kirchen daher dem Heiligen Nikolaus gewidmet.

 



Neben den vertrauten Karussellbetrieben gibt es zudem eine kleine Premiere: Zwei neue Fahrgeschäfte werden zum ersten Mal Abenteuerlustige auf dem Regenstorplatz in luftige Höhen schwingen. Ein knapp 32 Meter hoher Freifallturm sowie eine Gondel, die ihre Fahrgäste propellerartig in die Luft wirbelt, sollen das Karussellgeschäft bereichern.

„Obwohl Lemgo nicht gerade als Kirmes-Mekka gilt, gab es in diesem Jahr viele Anfragen von großen Fahrbetrieben", sagt Marktmeister und Organisator Michael Gronau. Das spreche für die Attraktivität und das Ansehen, das der Kläschenmarkt mittlerweile weit über lippische Grenzen hinaus genieße: „Solche Fahrgeschäfte stehen sonst eher in Städten wie Hamburg."

Am Donnerstag fällt ab 11 Uhr der Starschuss für den viertägigen Kirmestrubel. Traditionsgemäß finden sich am ersten Abend vor allem Gruppen aus Arbeitskollegen an den Glühweinbuden zusammen, um nach Dienstschluss die Kläschen-Saison bei heißen Getränken gebührend einzuläuten. Ab 20.30 Uhr lädt ein buntes Höhenfeuerwerk Schaulustige auf dem Regenstorplatz zum Staunen ein.

Stimmungsvoll soll es an allen vier Kirmestagen in Lemgo werden. Ob ein Besuch beim Höllenfass mit ausgefallen Heißgetränken, ein Tanz im Partyzelt oder eine Fahrt im Musikexpress – Kläschen bietet sowohl für Feierwütige als auch für Familien einen ganz besonderen Charme. Unzählige Buden mit deftigen oder süßen Spezialitäten, Deko- und Geschenkartikeln sowie Kirmesattraktionen wie „Hau den Lukas" laden die Umherschweifenden zum Stöbern, Spielen und Verweilen ein.

Darüber hinaus ist die Traditionskirmes gleichzeitig ein großes Klassentreffen, das längst Weggezogene zurück in die Heimat lockt. Somit wird jede Bude auf Kläschen zum Treffpunkt, an der man alte Bekannte wiedersehen oder auch mit neuen Freunden einen Glühwein trinken kann.
Die Stadt Lemgo, das Ordnungsamt, die Aussteller sowie Marktmeister Michael Gronau und alle weiteren Beteiligten wünschen den Besuchern eine genussvolle und friedliche Kläschen-Zeit – mit jeder Menge Spaß.

Öffnungszeiten und Parken

Lemgo steht Kopf, denn Kläschen steht vor der Tür. An vier Tagen versinkt die alte Hanstestadt im Kirmestrubel. Am Donnerstag sind die Buden und Fahrgeschäfte von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Am Donnerstag ab 20.30 Uhr gibt es das traditionelle Höhenfeuerwerk auf dem Regenstorplatz.

Freitag und Samstag ist Kläschen für Kirmesbesucher von 11 bis 2 Uhr nachts geöffnet. Musik darf allerdings nur bis 1 Uhr gespielt werden. Am Sonntag geht die Kirmes von 11 bis 21 Uhr. Wer mit dem Auto anreist, kann rund um das Kirmesgelände auf Parkmöglichkeiten zurückgreifen.

Das Ordnungsamt empfiehlt Autofahrern, den Parkplatz am Marktkauf, die Parkpalette am Bruchweg, das Parkhaus Wüste sowie die Parkplätze am Amtsgericht und beim Landesverband zu nutzen. Am Langenbrücker Tor kann wegen Bauarbeiten in diesem Jahr nicht geparkt werden. Die Stadt wünscht allen Kirmesbesuchern stimmungsvolle Festtage rund um den Kläschenmarkt.

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