Passadetalbrücke: Zu Stoßzeiten müssen Pendler Geduld mitbringen

Till Brand

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Passadetalbrücke: Zur Rush Hour staut sich der Verkehr. - © LZ
Passadetalbrücke: Zur Rush Hour staut sich der Verkehr. (© LZ)

Lemgo-Voßheide. Tag eins nach der Aktivierung der Ampeln zu beiden Seiten der Passadetalbrücke. Tag eins nach Sperrung einer der Fahrspuren auf der Ostwestfalenstraße. Und wie läuft nun der Verkehr unter erschwerten Bedingungen? Zur Rush Hour zäh, ansonsten recht flüssig – zumindest in der Bestandsaufnahme sind sich Landesbetrieb Straßenbau, Stadt und die Voßheider recht einig. Am Mittwochmorgen, zur Hauptverkehrszeit, konnte Karola Martin das Ende des Rückstaus nicht mehr sehen. Die Voßheiderin blickt zumindest im Winter, wenn die Bäume kahl sind, aus ihrem Fenster auf die Passadetalbrücke. Noch hinter der Ausfahrt Voßheide leuchteten in Fahrtrichtung Blomberg die ersten Bremslichter auf. Gleichwohl: Auch außerhalb der Rush Hour stellt die einseitige Sperrung der Brücke die Geduld der Autofahrer auf die Probe.

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Mirco Lehmeier pendelt jeden Morgen von Blomberg nach Bad Salzuflen. „Ich bin früh unterwegs und war gegen 6.20 Uhr an der Brücke. Da kam ich noch mit einer Ampelphase durch." Doch trotzdem, so schätzt der Pendler, habe er wegen der Sperrung fünf Minuten mehr bis nach Bad Salzuflen gebraucht. „Es zieht sich alles zusammen, dann hat man mehrere Lastwagen vor sich, mit Autos dazwischen. Überholen auf der Südumgehung? Ist dann praktisch nicht mehr möglich." Was um kurz vor 8 Uhr los sei, wolle er gar nicht wissen...
Bereits am Dienstagabend, die Ampel war gerade ein paar Stunden in Betrieb, war nach Beobachtung von Voßheidern auf der Ortsdurchfahrt deutlich mehr los als gewöhnlich: vermutlich Menschen aus der Umgebung von Blomberg, die in Lemgo arbeiten und auf dem Weg nach Hause die Passadetalbrücke umgingen.

Joachim Schielke, der an der Voßheider Straße wohnt, bestätigt: „Wir befürchten, dass wir hier deutlich mehr Betrieb bekommen." Und das vielleicht auf Jahre, wie Karola Nagel ergänzt: „Die Ungewissheit, wie lange es dauert, bis die Brücke repariert ist, ist das Schlimmste. Der Schleichweg wird sich rumsprechen, da bin ich mir ziemlich sicher."

Noch kann Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebes Straßenbau, den Voßheidern die Ungewissheit nicht nehmen. Die Prüfung, ob das Land mit Reparatur oder Neubau der Brücke besser weg kommt, werde Zeit in Anspruch nehmen – „leider...". Wie berichtet, haben die Bauarbeiter 1966 bei der Errichtung der Brücke aus heutiger Sicht schlicht und einfach nicht genug Stahl in den Beton gepackt. Mit einem solchen Anschwellen der Verkehrsmengen habe seinerzeit allerdings niemand rechnen können, betont Johanning. Das Problem sind vor allem die vielen Lastwagen, die den Brückenrändern zusetzen. Auf 11.300 Fahrzeuge kommen Tag für Tag 2000 Laster: ein vergleichsweise hoher Anteil.

Am Mittwoch Mittag war die Ampel für kurze Zeit nicht in Betrieb – die Firma Stührenberg besserte die Schaltung nach. War doch die Zeit zwischen dem Rot für die eine und dem Grün für die andere Seite laut Johanning zu knapp bemessen. Die Folge: Während noch Autos aus der einen Richtung auf der Brücke waren, fuhr die andere Schlange schon an. Radardetektoren erfassen, wie stark der Andrang ist.

Ob an der Voßheider Ortsdurchfahrt noch etwas gedreht wird, will Monika Römer von der Stadt noch nicht sagen. Am Liemer Turmhof an der Ostwestfalenstraße Richtung Bad Salzuflen beispielsweise habe man versucht, dem Schleichverkehr durch ein Schild „Anlieger frei" beizukommen. Mit dem Ergebnis, dass die Strecke hinter McDonalds erst recht attraktiv wurde. „Nach der Erfahrung kann ich den Voßheidern nur abraten", sagt Römer. Alternativen seien nur eine Einbahnstraße oder eine Komplettsperrung irgendwo mitten im Ort. Für Lkw ohne Ziel im Ort sei Voßheide schon heute eine Bannmeile.

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