Die Stiftung Eben-Ezer und die Realschule schließen eine Kooperation

Tobias Schneider

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Initiatoren, Betreuer und Projektbeteiligte: (von links) Norbert Fischer, Markus Toepffer, Nils Reichow, Lisa Hieronymus, Markus Diestelmeyer, Roy Fellmann, Roland Reinke, Ludmilla Metzlaff, Udo Zippel und Carsten Reineke mit einem der Kanus. - © Tobias Schneider
Initiatoren, Betreuer und Projektbeteiligte: (von links) Norbert Fischer, Markus Toepffer, Nils Reichow, Lisa Hieronymus, Markus Diestelmeyer, Roy Fellmann, Roland Reinke, Ludmilla Metzlaff, Udo Zippel und Carsten Reineke mit einem der Kanus. (© Tobias Schneider)

Lemgo. „Ein Boot für uns alle" – unter diesem Motto steht ein Projekt der Stiftung Eben-Ezer und der Realschule Lemgo. Einmal in der Woche treffen sich Schüler mit Menschen mit Behinderung aus der Werkstatt der Stiftung Eben-Ezer, um ein Kanu zu bauen. Diese Zusammenarbeit wollen beide Partner künftig verstärken. Gestern haben sie einen Kooperationsvertrag unterzeichnet und dabei eine positive Zwischenbilanz gezogen.

Das Projekt sei ein Musterbeispiel an gelebter Inklusion, sagte Udo Zippel, kaufmännischer Vorstand von Eben-Ezer, bei dem Pressegespräch. Weil drei Schulen der alten Hansestadt daran beteiligt seien, habe das Projekt zudem eine große Außenwirkung. „Nichts kann Menschen besser zusammenbringen, als wenn sie gemeinsam an etwas arbeiten", bestätigte Realschulleiter Norbert Fischer. Und Markus Toepfer, Leiter der Eben-Ezer-Werkstatt „eeWerk", ergänzte: „Der Charme des Kanuprojektes liegt besonders im praktischen, handfesten Ansatz."

Für die AG treffen sich Menschen mit Behinderungen und Jugendliche ab der achten Klasse, um Kanus in Leistenbauweise herzustellen. Drei Schulen sind beteiligt, neben der Realschule auch die Hauptschule und das Engelbert-Kaempfer-Gymnasium. Unter fachkundiger Anleitung suchen sie das Holz aus, fräsen, schleifen oder leimen. Drei Boote hat die AG gerade in Arbeit, ein Kanu ist fast fertig.

Information

Das „eeWerk" der Stiftung Eben-Ezer

Die Werkstatt der Stiftung Eben-Ezer bietet berufliche Förderung und Arbeitsplätze in den Bereichen Metall- und Holzverarbeitung, Textil, Industrie- und Elektromontage, Gärtnerei, Hauswirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie Land- und Forstwirtschaft. Durch die individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Betreuungssituation wird versucht, jedem – auch dem schwerstbehinderten Menschen – eine passende Förderung zu bieten, die im Einzelfall bis zur Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt reichen kann.

Momentan baut jedes Mitglied individuelle Paddel. „Das Miteinander ist toll", schilderte Betreuerin Lisa Hieronymus vom „eeWerk" ihre Eindrücke. Alle arbeiteten Hand in Hand. Es sei schön zu sehen, wie zwischen ganz unterschiedlichen Menschen Kommunikation und Zusammenhalt entstehe. Werkstattmitarbeiter Roy Fellmann bestätigte den Eindruck. „Ich freue mich, dass ich handwerklich tätig bin. Die Arbeit mit dem Holz macht Spaß. Auch die Schüler sind nett."

Die Zusammenarbeit, die unter anderem vom zdi-Zentrum Lippe.MINT finanziell unterstützt wird, besteht schon etwas länger. Was zunächst als loser Verbund geplant war, soll nun ausgebaut werden, wie Markus Toepffer erklärte. Weitere Bauprojekte und gemeinsame Unternehmungen seien das Ziel.

Denkbar seien etwa Kanufahrten zum Jahresende und weitere Treffen, die das soziale Miteinander stärken. Neben den wöchentlichen Treffen ist außerdem vorgesehen, dass sich die Arbeit der Bootsbauer stärker im Schulleben widerspiegelt. Laut Toepfer könnten die Aktivitäten etwa beim Tag der offenen Tür der Realschule sowie auch beim Jahresfest Eben-Ezer vorgestellt werden.

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