Jugendliche für Feuerwehreinsatz in Lemgoer Mittelstraße verantwortlich

Till Brand

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Der Depot in Lemgo ist gesperrt. - © Till Brand
Der Depot in Lemgo ist gesperrt. (© Till Brand)

Lemgo. Für die Augen- und Atemwegsreizungen bei drei Mitarbeiterinnen des Geschäfts Depot in der Lemgoer Innenstadt sollen zwei Jugendliche verantwortlich sein. Die Polizei sucht nach Angaben ihres Sprechers Uwe Bauer inzwischen nach den beiden Jungs, die in dem Ladenlokal mit einer Büchse hantiert haben sollen, und zwar unmittelbar bevor es nach faulen Eiern roch und die drei Frauen über Beschwerden klagten.

Am Donnerstagnachmittag wurden die Verkäuferinnen vorsorglich mit Krankenwagen zur Beobachtung ins Klinikum gebracht. Das Geschäft Depot musste früher schließen, weil durch den Ausfall plötzlich alle Verkäuferinnen weg waren.

Die heiße Spur führt nach Angaben von Polizeisprecher Uwe Bauer zu den zwei ungefähr 14 Jahre alten Jugendlichen, die nun gesucht werden. Derjenige von ihnen, der mit der Sprühdose oder Büchse hantierte, soll etwa 1,65 Meter groß sein, seine schwarzen Haare kurz geschnitten und eine helle Hautfarbe haben. Der mutmaßliche Täter war mit einem schwarzen Pullover bekleidet und mit einem Rucksack unterwegs. Gesehen wurden die beiden Jungs im Eingangsbereich des Geschäfts. Nach Angaben von Bauer steht der Vorwurf der Körperverletzung im Raum.

Das war passiert: Drei Mitarbeiterinnen des Dekorations- und Einrichtungsgeschäfts Depot in der Mittelstraße sind Donnerstagnachmittag verletzt worden. Es habe im Laden nach faulen Eiern gerochen, sagten sie gegenüber der Feuerwehr aus, wie Einsatzleiter Rainer Danger Auskunft gab. Daraufhin klagten die Verkäuferinnen über Reizungen ihrer Augen sowie der Atemwege und wählten den Notruf.

Feuerwehreinsatz in Lemgo. - © Till Brand
Feuerwehreinsatz in Lemgo. (© Till Brand)

Die Ursache des Ganzen ist nach Worten von Rainer Danger allerdings unklar. Sowohl die Messgeräte der Stadtwerke als auch der Feuerwehr schlugen nicht an. Die Einsatzkräfte sperrten den Zugang zum Geschäft mit Flatterband und schickten eine Vorhut mit Atemschutzmasken in das Gebäude. Ob die Ursache der Belastung jemals herausgefunden werde könne, sei unklar, hieß es noch vor Ort. Hatte sich der Geruch durch die offen stehende Ladentür doch schnell verflüchtigt.

Fest steht, dass die drei Mitarbeiterinnen vorsorglich zur Beobachtung mit mehreren Krankenwagen ins Klinikum gefahren wurden, nachdem sich vor Ort ein Notarzt um die Verletzten gekümmert hatte. Das Ladengeschäft blieb ab etwa 15.30 Uhr bis Feierabend geschlossen, weil die komplette Belegschaft ausgefallen war. Hilfsbereit zeigte sich da die Feuerwehr und räumte kurzerhand die Töpfe mit Buchsbäumen und die Auslagen vor dem Laden ins Innere.

Die Frage nach einem möglichen Gasaustritt konnten die Stadtwerke schnell mit „Nein" beantworten und so Entwarnung geben – das Gebäude hat nämlich gar keinen entsprechenden Anschluss. Es wird per Fernwärme beheizt.

Auch die Messungen im Schmutzwasserkanal im Straßenbereich zeigten keine auffälligen Werte. Während des Einsatzes, an dem neben etwa zwei Dutzend Feuerwehrleuten auch Sanitäter, Notarzt und später die Polizei beteiligt waren, versammelten sich viele Schaulustige hinter dem rot-weißen Flatterband.

Einer älteren Frau mit Rollator, die zwei Häuser weiter wohnt, fiel ein Stein vom Herzen, als ihr Feuerwehrmann Frank Hoppe zusicherte: Es brennt nicht. Ihr Haus sei nicht in Gefahr.

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