Für knapp 20 Millionen Euro: Umbau der Lemgoer Kläranlage beginnt

Till Brand

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Alles im Fluss: Damit in der Bega saubereres Wasser ankommt, investiert die Abwasserbeseitigungsgesellschaft in die Kläranlage. - © Till Brand
Alles im Fluss: Damit in der Bega saubereres Wasser ankommt, investiert die Abwasserbeseitigungsgesellschaft in die Kläranlage. (© Till Brand)

Lemgo. Symbolik ist es immer, wenn Menschen im Anzug zum Spaten greifen. Doch selten war das Ritual so symbolisch wie jetzt beim offiziellen Start zum Umbau der Kläranlage. Denn hier ist das Handgerät definitiv das falsche Werkzeug. Bagger, Betonpumpen – kurzum: Großgerät wird gebraucht. Kein Wunder: In dreieinhalb Jahren gibt die Abwasserbeseitigungsgesellschaft (ALG) 19,5 Millionen aus. Mit Handarbeit? Nicht zu schaffen.

Es ist das Lemgoer Rekordprojekt der kommenden Jahre – da kann der neue Bauhof einpacken. Dabei bekommen die Menschen im besten Fall nichts davon mit, dass die ALG am „Ende der Nahrungskette" aufrüstet.

Spatenstich: (von links) Udo Golabeck (Aufsichtsrat ALG), Bürgermeister Dr. Reiner Austermann, Klaus Alt (Hydro-Ingenieure Planungsgesellschaft), Beigeordneter Dirk Tolkemitt, Jürgen Hennigs, Anke Kugelmann (beide ALG-Geschäftsführung), Frederik Köhler (Bezirksregierung), Kläranlagenleiter Axel Krüger, Thomas Fischer (Firma Hofschröer) und Uwe Vieregge (Aufsichtsrats-Vorsitzender) lockern den Boden. - © Till Brand
Spatenstich: (von links) Udo Golabeck (Aufsichtsrat ALG), Bürgermeister Dr. Reiner Austermann, Klaus Alt (Hydro-Ingenieure Planungsgesellschaft), Beigeordneter Dirk Tolkemitt, Jürgen Hennigs, Anke Kugelmann (beide ALG-Geschäftsführung), Frederik Köhler (Bezirksregierung), Kläranlagenleiter Axel Krüger, Thomas Fischer (Firma Hofschröer) und Uwe Vieregge (Aufsichtsrats-Vorsitzender) lockern den Boden. (© Till Brand)

So bekräftigte denn auch Uwe Vieregge (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender der ALG: „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir für eine Maßnahme mal so viel Geld in die Hand genommen haben." Doch für saubereres Abwasser seien die Mittel richtig investiert, wie er gerade erst aus Thailand zurückgereist lebhaft skizzierte: „In Bangkok läuft alles ungeklärt in den Fluss."

In Lemgo dagegen soll in knapp vier Jahren besonders gut gefiltertes Abwasser in die Bega schwappen. Nicht nur, dass beispielsweise ein neues Becken für 10.000 Kubikmetern gebaut wird, wie ALG-Geschäftsführerin Anke Kugelmann sagte. Auch die so genannte Spurenstoffelimination, bei der Medikamentenreste & Co. aus dem Wasser gefiltert werden, wird sich Lemgo nach EU-Vorgaben leisten.

Dieser Punkt wird zu 70 Prozent gefördert – bei den anderen Schritten trägt die ALG die Kosten. Das wiederum dürfte sich bei den Abwassergebühren bemerkbar machen, allerdings soll die Anlage energiesparender arbeiten, was den Effekt dämpfen soll.

Information
Wer nachlesen will, was sich genau in der Kläranlage tut, findet hier unseren Archivartikel inklusive Infografik.

Beim Umbau vertraut die Stadt auf die Firma Hofschröer, die nach Worten von Anke Kugelmann „im Umbau von Kläranlagen erfahren ist". Das muss sie sein, wird all das doch im laufenden Betrieb über die Bühne gehen. Obwohl zwischendurch Becken und Bauteile abgerissen werden, darf das Abwasser die Grenzwerte nicht reißen. Kugelmann: „Eine Herausforderung". Nicht umsonst laufen die Planungen und Vorgespräche bereits seit mehr als vier Jahren.

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