Junge Lebensmittelforscher organisieren erste Tagung in Lemgo

Astrid Sewing

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Stolz auf eine erfolgreiche Premiere: Die „Junge DLG" der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. - © Astrid Sewing
Stolz auf eine erfolgreiche Premiere: Die „Junge DLG" der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. (© Astrid Sewing)

Lemgo. Namensschilder, Getränke und Infomaterial – Julian Huchtmann und sein Team müssen vor der Tagung zum Thema Industrie 4.0 eine Menge bedenken. Die Studierenden der Hochschule Ostwestfalen-Lippe haben vor einem Jahr die Gruppe „Junge DLG" (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) gegründet und organisieren nun ihren ersten Kongress.

Bei der Premiere helfen fast alle Mitglieder mit. Hochkarätiger Besuch kündigt sich für die Tagung am Standort Lemgo der Hochschule OWL an, um mehr über die Lebensmittelproduktion 4.0 zu erfahren. „Wir haben eine eigene Tagung auf die Beine gestellt, weil es für Studenten aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht immer möglich ist, an Tagungen außerhalb von OWL teilzunehmen", erklärt Huchtmann. Deshalb habe man die Experten nach Lemgo geholt und auch Studierende eingeladen.

Die „Junge DLG" versteht sich als Plattform für den Nachwuchs der Ernährungs- und Agrarwirtschaft. Zehn Studierende aus Lemgo sind von Anfang an dabei. Begleitet werden sie vom Institut für Lebensmitteltechnologie NRW und der DLG, die bekannt ist, weil sie Qualitätsprüfungen vornimmt und Siegel verteilt. Den Forschernachwuchs fördert die DLG, es gibt beispielsweise freien Eintritt zu Fachmessen wie der Anuga oder der ProSweets. Außerdem helfen die Experten bei der Karriereplanung und vermitteln Praktika.

Auf das Thema für die erste eigene Tagung habe sich die Gruppe schnell geeinigt, erklärt Huchtmann. Industrie 4.0 sei aktuell in aller Munde, allerdings zumeist verknüpft mit der Elektroindustrie. Im Bereich der Lebensmittelherstellung, vor allem in der Produktionskontrolle, werde sich aber auch einiges verändern, ergänzt der Student, der derzeit an seiner Masterarbeit sitzt. „Apfelsaft einer bekannten Marke soll immer gleich schmecken. Egal, woher die Früchte kommen. Das ist sehr aufwendig, weil die Äpfel mal mehr, mal weniger süß sind. Künftig werden Sensoren während der Produktion genau das richtige Mischungsverhältnis steuern. Das spart Zeit und Geld." Ein wichtiges Thema ist zudem die Bierherstellung und die Frage, wie man eine Maischanlage mit einer Sensortechnik vernetzen kann.

„Daraus ergibt sich, dass es künftig auch in der Lehre Veränderungen geben wird. Es werden Spezialisten in der Programmierung und Prozessüberwachung ausgebildet", erklärt Huchtmann.

Die Bilanz der ersten Tagung der „Jungen DLG" fällt positiv aus, 60 Teilnehmer sind in Lemgo dabei, und die Mitglieder hoffen, dass noch mehr Studierende mitmachen werden. Wer dabei sein will, kann sich bei Birgit Wessels, 
B.Wessels@dlg.org, melden. Infos: www.jungedlg.org.

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