Klinikum Lemgo bekommt mit dem „Cube“ eine neue Intensiv-Station

Till Brand

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Schaffe, schaffe, Häusle baue: Andreas Hilleke (Dreker Bau, Salzkotten) greift zur Maurerkelle, um die Kapsel im Mörtel zu versenken. Es sehen (von rechts) Landrat Dr. Axel Lehmann, Bürgermeister Dr. Reiner Austermann und Klinikumschef Dr. Johannes Hütte zu. - © Till Brand
Schaffe, schaffe, Häusle baue: Andreas Hilleke (Dreker Bau, Salzkotten) greift zur Maurerkelle, um die Kapsel im Mörtel zu versenken. Es sehen (von rechts) Landrat Dr. Axel Lehmann, Bürgermeister Dr. Reiner Austermann und Klinikumschef Dr. Johannes Hütte zu. (© Till Brand)

Lemgo. Nach dem Bau ist vor dem Bau: Der Grundstein zur neuen Intensiv-Station am Klinikum war am Donnerstagnachmittag noch nicht gelegt, da hatte Architekt Bernd Meier schon eine Ergänzung angekündigt, der der Bauaufsicht von Bürgermeister Dr. Reiner Austermann die Tage ins Haus flattern werde: Die Weaning-Station von Chefarzt Dr. Michael Weber, in der Patienten von Beatmungsgeräten entwöhnt werden, soll statt 4 stolze 16 Plätze erhalten. Aus drei Bauabschnitten mach’ vier.

Zunächst fließen nach Angaben von Landrat Dr. Axel Lehmann, in dieser Funktion auch Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum-Lippe-Gesellschaft, 3,2 Millionen Euro in den neuen „Intensiv-Cube". Sie sind nur ein Teil des 64 Millionen Euro schweren Investitionspakets des Klinikums, von dem allein an Baukosten neun Millionen Euro in Lemgo hängen bleiben.

Auf 1.400 Quadratmetern soll die neue Intensivstation mit 18 Betten plus Schlaganfall-Erstbehandlung (10 statt 6 Betten), Weaning- sowie Palliativstation die „medizinische Leistungsfähigkeit des Standortes ausbauen", unterstrich Klinikumschef Dr. Johannes Hütte. Alle intensivmedizinischen Bereiche des Lemgoer Krankenhauses befinden sich künftig auf der Westseite des Komplexes dicht beieinander, preist Architekt Bernd Meier einen Vorteil der Planungen.

Vor dem Winter soll bereits das Dach auf dem „Intensiv-Cube" sein. Schon 2018 soll dann im oberen Geschoss die Intensivmedizin einziehen – im Oktober als letztes die Palliativstation (10 Plätze). Hier sollen unheilbar kranke Menschen Hilfe bekommen. Jedes Zimmer bekommt eine eigene Terrasse und die Möglichkeit, ein zweites Bett für Angehörige unterzubringen. Letztere können die Palliativstation im Souterrain des „Cube" über einen eigenen, separaten Hintereingang betreten.

Insgesamt sollen sich die Arbeiten auf dem Klinikumsgelände bis März 2019 hinziehen, blickt Architekt Bernd Meier auf den Bauablaufplan. Dabei gehe es letzten Endes darum, „Spitzenmedizin" zu sichern – „im ländlichen Raum, das ist nicht selbstverständlich", wie Bürgermeister Dr. Reiner Austermann sagte. Für Lemgo sei die Investition ferner ein Standortfaktor und für die Region ein Jobmotor.

Ähnlich klang anlässlich der feierlichen Versenkung der Kapsel mit Tageszeitung & Co. im Grundstein Landrat Lehmann: „Wir fügen der lippischen Gesundheitslandschaft einen Mosaikstein hinzu – oder besser einen Würfel." Die Pläne dazu hat die Klinikumsgesellschaft bereits seit 2015 in der Mache, wie Architekt Bernd Meier weiter berichtete.

Im Rahmen des 64-Millionen-Paketes bürge der Kreis Lippe zunächst mit 33 Millionen. Lehmann interpretierte diese Zahl als ein „deutliches Bekenntnis des Gesellschafters zum kommunalen Krankenhaus". Dass das Detmolder und das Lemgoer Krankenhaus dabei eine Maximalversorgung an Fachrichtungen böten, sei für einen ländlich geprägten Kreis wie Lippe durchaus bemerkenswert. Hier sprach Landrat Axel Lehmann von einem „Spitzenplatz in OWL".

Kurze Wege - auch vom Helikopterlandeplatz

Als ein Ziel des ehrgeizigen Bauprogramms am Klinikstandort Lemgo hatte der medizinische Direktor der Krankenhausgesellschaft, Dr. Helmut Middeke, den „Abschied vom Dreibettzimmer" bezeichnet. Im neuen Intensiv-Trakt werden außerdem den Einzelzimmern Räume vorgelagert.

Der Grund: Im Ernstfall, wenn sich Patienten zum Beispiel multiresistente Keime eingefangen haben, können die Vorzimmer als Schleusen dienen. Die Betten auf der Intensivstation sollen außerdem nicht mehr wie bisher üblich direkt an der Wand platziert werden, damit die Ärzte und Pfleger alle Geräte und den Patienten gut erreichen können.

Das Dienstzimmer wird als Mittelinsel konzipiert – so sind die Wege kurz. Ferner liegt die Intensivstation in der Nähe des Hubschrauberlandeplatzes.

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